Grüße von Shirley – ein Prinzessinnenleben :-)


Nun ist Shirley im vierten Monat bei mir, und ich berichte gerne, dass sie inzwischen wirklich vollends angekommen ist.

Nach längerer Benutzung der Höhle der Kratztonne hat sie inzwischen auch die oberste Etage mit freiem Blick in den Garten erobert, während das Obergeschoß des Hauses nur noch dann von Interesse ist, wenn ich ins Bett gehe. Sie wartet dann, während ich mich fertig mache, vor dem Bett, um sich ihre späten Streicheleinheiten abzuholen, und wenn ich ihr zu trödelig bin, bringt sie mir lautstark in Erinnerung, dass es langsam Zeit wird. Der Blick in den Garten zeigt ab und zu mal Konkurrenzbesuch auf der Terrasse. Ich muss da gar nicht mehr nachsehen, weil Shirley ihr Revier mit heftigen Sprüngen ans Fenster verteidigt.

Eine Schmusekatze ist Shirley nicht; sie fügt sich sich zwar geduldig, aber sichtlich unwohl, wenn ich sie mal knutschen will. Sie bestimmt selbst, wenn sie bearbeitet werden will, und im Großen und Ganzen akzeptiere ich das auch. Schließlich soll sie sich wohlfühlen.

Besuch im Haus schätzt sie nicht besonders. Sie versteckt sich zwar nicht gleich wie zuvor, sie ist dennoch in Habachtstellung und läuft weg, wenn man sie genauer betrachten will. Aber wenigstens flüchtet sie nicht mehr in ihr mir immer noch unbekanntes Versteck.

Im Futterverhalten hat sie sich etwas umgestellt. Tags erbettelt sie mehrmals ihren Esslöffel Nassfutter, von dem sie im wesentlichen die (mit etwas Wasser verlängerte) Brühe abschleckt, während ein großer Anteil der Bröckchen neben dem Napf auf dem Set landet, was teilweise aber auch an den Näpfen liegt. Sie sitzt, wenn sie frisch haben will, einfach mitten in der Küche und wartet, dass eine neue Ladung in ihrem Napf landet. Trockenfutter nimmt sie nur noch nachts zu sich.

Niedlich ist es, wie sie sich jedes mal bedankt, wenn ich Frisches oder ihre Leckerlis hinstelle: jedes mal macht sie einen ordentlichen Katzenbuckel, manchmal auch Männchen, um mir dann vor dem Futtern mit dem Reiben des Köpfchens an meiner Hand zu zeigen, dass ich das gut gemacht habe. Ich überlege zur Zeit, ihr einen Trinkwasserbrunnen zu kaufen, denn trinken will sie hauptsächlich aus dem laufenden Wasserhahn, was mir aber zu selten und damit zu wenig ist.

Sie ist übrigens zwar meine 6. Katze, aber die erste, die mir klar zeigt, wer in diesem Haus der Chef ist: wenn ich nicht sofort auf ein Miau hin spure, steigert sie ihren Gesang, bis sie endlich hat, was sie erwartet – gleichgültig, ob es ein Spielchen, ein Kraulen oder frisches Futter ist. Insgesamt scheint sie sich hier sehr wohl zu fühlen, die ersten Näschen sollten mir wohl sagen, dass ich nicht alles falsch mache. Vielleicht sollte ich in diesem Zusammenhang noch erwähnen, dass sie ihre anfängliche Fremdheit relativ schnell abgelegt und mich als neuen Lebensgefährten akzeptiert hatte.

Die abendlichen Streicheleinheiten genießt sie mit Inbrunst und massivem Schnurren. Schlafe ich darüber ein oder hat sie genug, springt sie vom Bett und verkrümelt sich, ich weiß nicht, wohin. Manchmal, selten, fällt ihr ein, dass es doch nicht genug war, und sie macht einen neuen Versuch, der aber meist deshalb missglückt, weil ich in der Einschlafphase bin. Zu hören am Plopp, wenn sie enttäuscht vom Bett springt.

Alles in allem ist hier wirklich alles bestens – zwei zufriedene und glückliche Seelen, die schnell zueinander gefunden haben. Es könnte kaum besser sein.

Als letztes noch eine Warnung, die ich inzwischen mehrfach gehört habe: es ist oft von Blackouts und Lieferschwierigkeiten die Rede. Sorgen Sie für genügend Futter und andere notwendige Dinge (beim seit Jahren genutzten Streu gab es die ersten Lieferprobleme) vor, und sagen Sie es auch Ihren Mitgliedern und Freunden. Tiernahrung soll mit das erste sein, das ausgehen wird. Hier liegt inzwischen so viel Nass- und Trockenfutter und Streu, dass wir locker ein Jahr überstehen können, wenn es zum Schlimmsten kommen sollte. Shirley nimmt nichts vom Tisch, noch nicht einmal Leberwurst oder frisches Rinderhack. Ich selbst kann zur Not Kräuter sammeln, aber meinem Tier soll es an nichts fehlen!

Liebe Grüße
Ute M.

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