Die Hoffnung stirbt zuletzt…


Traurig
Kennt ihr das Gefühl, wenn man morgens aufsteht und man sich fühlt, als wäre man von zehn LKWs überrollt worden???

So erging es uns heute morgen. Innerhalb einer Woche mussten wir zwei junge Katzenseelchen gehen lassen. Zwei Katzenkinder, die so schwach waren, dass sie trotz aller Bemühungen verstarben.

Erst gestern Abend wurde uns noch ein etwa 12-14 Wochen altes Katerchen gebracht. Ein junges Paar aus Köln machte in der Eifel einen Spaziergang und entdeckte auf einem Feldweg ein kleines Bündel, hilflos, abgemagert und zum Sterben eingerollt. Die umliegenden Menschen kannten das Kleine nicht und ein Landwirt sagte, sie sollen die Katze dort liegen lassen, wo sie sie gefunden hätten… (unseren Kommentar sparen wir uns). Zum Glück meldeten sie sich umgehend bei uns und besorgten sich vor Ort ein kleines Weidenkörbchen, womit sie den kleinen Schlumpf transportieren konnten.

Bei uns angekommen bat sich uns ein trauriges Schicksal. Das Köpfchen zum Boden geneigt, voller Zecken und Flöhe, spindeldürr und ausgetrocknet war das Häufchen Elend. Wir hielten es warm, gaben ihm eine kleine Menge Futter, was er direkt verschlang und befreiten ihn von den fiesen Blutsaugern. Er hatte fürchterlichen Durchfall, der übersät war mit Spulwürmern.
Er tat uns so unfassbar leid. Es ist so schlimm, so ein Elend mit anzusehen, wenn es schon fast zu spät ist. Doch wir kämpfen für jedes unserer Tiere und so sollte es auch für dieses Katerchen so sein, dem wir „Ed“ tauften. Wir machten ihm ein kuscheliges Bettchen auf einer Wärmematte und gaben ihm noch etwas Flüssigkeit unter die Haut, damit er nicht weiter austrocknete. Was uns gestern Abend schon beunruhigte war, dass er kräftig schnurrte, obwohl er so schwach war. Das ist nicht immer ein gutes Zeichen und wir machten uns großes Sorgen um ihn!! Er war mit allem versorgt und wir sagten zu ihm: „Jetzt musst du kämpfen kleiner Mann. Jetzt bist du an der Reihe. Mehr können wir nicht für dich tun.“ Er hatte es warm, er hatte gefressen und war mit Infusionen versorgt, doch Ed überlebte die Nacht nicht. Zu spät kam unsere Hilfe. Er starb. Es ist einfach furchtbar. So furchtbar, dass es uns manchmal jede Kraft raubt.

Ein ähnliches Schicksal erlebten wir vergangenen Donnerstag. Uns wurde ein Katzenkind gemeldet, dass zwei Tagen auf einer Wiese lag, die Mutter kümmerte sich nicht mehr und ließ es alleine. Die Menschen brachten das Katzenkind zu uns, sagten es würde noch leben. Bei uns angekommen in einem kleinen Schuhkarton dachten wir zunächst, dass es zu spät ist, doch es atmete noch ganz flach, aber in Seitenlage und schon auf dem Weg über die Regenbogenbrücke. Am liebsten möchte man in so einem Moment losschreien, einfach schreien und heulen zugleich. Aber nein, wir müssen stark sein und weiterkämpfen.
Hector, so nannten wir den Kleinen, war etwa 5 Wochen alt, völlig unterkühlt, wirklich eiskalt und völlig abgemagert. Er brauchte ganz dringend Wärme. Eine Dreiviertelstunde rubbelten wir ihn trocken und warm. Sobald wir aufhörten, kühlte der kleine Körper wieder sofort aus. Wir kämpften, oh ja, wir wollten es unbedingt schaffen!!! Sein ganzer Körper war schon übersät mit kleinen Nestern aus Fliegeneier. Als wir ihm die Augen öffneten und ausspülten kam uns der Eiter entgegen. Aber wir gaben nicht auf!!! Wir betteten ihn auf eine Wärmematte und legten zwei kleine, mit warmem Wasser gefüllte Handschuhe dazu und hofften, dass er es schaffen würde. Nach etwa zwei Stunden schaute uns Hector mit seinen kleinen, klitzekleinen blauen Äugelchen an und wir fielen uns in die Arme.
Er miaute und wir fütterten ihn mit Aufzuchtsmilch, wovon er ein paar Milliliter schluckte. Sein Zustand war jedoch weiterhin sehr kritisch. Wieder kämmten wir ein paar Fliegeneier aus seinem Fell, weil wir immer neue Nester entdeckten. Wir hätten niemals gedacht, dass er sich überhaupt nochmal aufbäumte und Lebenswillen zeigte, doch er kämpfte der kleine Hector. Abends, als wir Feierabend machten, wurde er von Elke abgeholt, die ihn zu sich nahm. Sie ist Krankenschwester und wir wussten, dass er bei ihr optimal aufgehoben ist, da sie schon oft Katzenmütter und ihre Welpen beherbergte und aufzog. Wir waren voller Hoffnung und schickten ihr und klein Hector positive Gedanken, doch auch dieses kleine Würmchen überlebte die Nacht nicht.

Wir waren fassungslos, unendlich traurig, entsetzt, wütend…. und heute Morgen noch der Tod des kleinen Katerchens Ed. Zwei Schicksale, die nicht einfach zu verarbeiten sind.

Wir möchten euch an diesen Schicksalen teilhaben lassen, mitfühlen lassen, ihr dürft mitweinen, schimpfen, fluchen und auch laut schreien. Warum?

Diese zwei armen Seelchen führen uns wieder einmal mehr vor Augen, dass Kastration Leben rettet und Elend verhindert. Jahrelang wurde die Mutter von Hector gefüttert, doch an die so wichtige Kastration dachte man nicht. Bitte macht euren Mund auf, meldet euch bei uns, wenn wir euch helfen können!

Lasst uns nun gemeinsam um diese beiden armen Seelchen trauern. Hector und Ed. Ihr hattet noch euer ganzes Leben vor euch!!!

Doch ihr wart zu schwach, um zu überleben. Aber ihr seid nicht alleine gestorben. Ihr habt einen Namen bekommen und werdet auch mit Würde beerdigt.

Macht’s gut ihr zwei Kämpfer!!!

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