Señor Pepes Neuigkeiten = Männergespräch 😉


Pepe Kaninchentor

Einen guten Morgen hinaus in die Welt!
Als ich euch am Sonntag auf „Moppelneuigkeiten“ aufmerksam machte, da sagte ich auch, dass der Große und ich uns am selben Abend noch auf ein Glas Hundebier treffen wollten.
Abgemacht war 17:30 Uhr und wer erschien mal wieder nicht pünktlich?
Na ja, ihr wisst schon…

Möpp
Ich positionierte mich vor dem Kaninchengehege um die Treppe zum Kellerbüro gut im Blick zu haben. Wenn Herr Möppi dann genehm ist unser Treffen zu besuchen, werde ich ihn von hinten erschrecken, wenn er die Treppe hinunter stapft. Das hat er dann von seinem immer zu spät kommen.
Gesagt, getan.

Um 17:50 Uhr trotte le Seigneur Möppi herbei, nahm die ersten Stufen hinab zum Büro und da kam mein Einsatz:
In einem Megasprint flitzte ich hinzu, und gab ein lautes „wooaaa“ aus und stupste zeitgleich Moppel derart heftig von hinten an, dass dieser ins Strudeln kam, das Gleichgewicht verlor und holter die polter die Treppe hinunter kullerte.

„Oh dios mio. No queria eso!“ Wenn ich mich aufrege, falle ich immer wieder ins Spanische. Also auf deutsch: “ Oh mein Gott. Das wollte ich nicht!“
„Ach Möppi, entschuldige drei- bis viermal. Ich wollte dich doch nur ein bisschen erschrecken, weil du immer zu spät kommst und nun bist du die ganze Treppe runter gepurzelt. Ich hoffe du hast dir nicht weg getan.“

Moppel rappelte auf, schaute mich säuerlich an und rieb sich mit seiner rechten Hinterpfote seine linke Pobacke. „Aua!“, schmollte er. „Du hast anscheinend einen spanischen Knall, du kleiner Stinkstiefel.“
Stinkstiefel!? Also, man kann mir ja vieles nach sagen, aber stinken tue ich nicht. Meine tägliche Körperpflege ist vorbildlich und einem stolzen, spanischen Hund gerade Recht.

„Komm Moppi“, schlichtete ich freundschaftlich. „Lass uns hinein gehen und unser Hundebier schlürfen. Deine Pobacke wird sich sicher bald erholen und etwaige blaue Flecken vom Sturz sieht man ja nicht, weil du ein dunkles Fell hast und nix dadurch schimmern würde.“
„Diesen Kommentar kannste dir sparen“, brummte Moppel, schob erst die Tür zum Büro auf und sich dann ins Zimmer hinein.
Wir setzten uns an unseren Lieblingsplatz, öffneten jeder eine Flasche Hundebier und ich ging sofort aufs Ganze.
„Du wolltest mir heute etwas ganz, ganz Wichtiges erzählen, Möppi. Schieß los.“

Moppel nahm einen kräftigen Schluck aus der Flasche und gab einen, für ihn schon normalen, dicken Rülpser von sich.
Pfuiteufel! Baäääh! Würde ich nie tun. Meine Bäuerchen gehen immer dezent nach innen ab.

„Also Pepe, mein Freund“, begann er. „Ich erzähle dir etwas, das mein, aber auch dein Leben wahrscheinlich gravierend verändern wird.“
Ich runzelte die Stirn und sah Moppel gespannt und fragend an.

„Am kommenden Mittwoch bekomme ich Besuch. Ich bekomme Besuch von einer sehr netten, mitten im Leben stehenden Frau und… einer wunderschönen Rottweilerdame.“
„Ach, das ist aber schön für dich!“, freute ich mich für meinen Blutsbruder, doch dann kam der Knaller.

„Es ist nicht nur ein Besuch, sondern die Beiden werden einige Tage hier in Mayen wohnen um mich kennen zu lernen.“
„Ja und!?“, meinte ich eher gleichgültig.
„Ich soll deren neues Familienmitglied werden.“

Rums! Das hat gesessen!
Ich hatte gerade einen Schluck Hundebier im Maul, das nun mit einem sprühenden Strahl mitten in Moppels Gesicht landete.
„Nein!“
„Doch!“

Moppel erzählte mir von einem regen E-Mailverkehr der in den letzten Wochen statt gefunden hatte. Ich hörte wie durch einen Schleier hindurch zu und vernahm nur die Worte „sehr sympathisch, kompetent, reizvoll, Berlin, Brandenburg, ganz viel Platz, Rottweilerfreundin, rasseerfahren….“

Erst nach und nach begriff ich, dass am Mittwoch ernsthafte Interessenten für meinen besten Freund kommen würden. Dass sie extra aus Brandenburg kommen, ein paar Tage hier Urlaub machen, und das alles nur um Moppel intensiv kennen zu lernen.

„Die Hündin ist ganz entzückend. Ich habe bereits Fotos von ihr gesehen“, schwärmte Moppel und seine Augen glänzten. „Sie soll zwar ziemlich dominant sein, hatte aber bis vor Kurzem einen Rotti als Lebensgefährte, der leider verstorben ist. Und, ich mag ja etwas dominante Frauen. Je mehr die „tun“, desto weniger muss ich machen“, sagte es und fing derart an zu lachen, dass ich immer trauriger wurde, was ich mir aber nicht anmerken ließ.

Moppi ist mein bester Freund und dem besten Freund muss man immer das Beste wünschen. Und wenn Moppel tatsächlich zu diesen beiden Frauen ziehen dürfte, dann würde ich es ihm von Herzen gönnen!

„Nun, Pepe, drück bitte alle Pfoten die du hast für mich“, sagte Möppi, nun wieder gefasst und mit leicht bebender Stimme.
Es wäre mein größter Wunsch einmal wieder eine Familie zu haben. Das Tierheim hinter mich zu lassen, obwohl ich hier nur Gutes und Glück erfahren haFamilie zu haben. Das Tierheim hinter mich zu lassen, obwohl ich hier nur Gutes und Glück erfahren habe.“

„Na klar, Moppel“, sagte ich ganz tapfer, damit er meine Zerrissenheit nicht bemerken würde. „Ich freu mich total und ich weiss, du wirst dich von deiner besten Seite zeigen. Du bist so ein hübscher Kerl geworden. Eine Traumfigur, ein ganz lieber Charakter und ein rundum großer Goldschatz.“

Mit einem Mal wurde es ruhig im Büro. Irgendwie waren wir beide auf eine ganz besondere Art betroffen.
Dann stand Moppel auf, drückte mich liebevoll an seine breite Brust und raunte:
„Gönne es mir, mein bester Freund, und wünsch mir Glück dass alles klappt.“
„Sicher. Ganz sicher wünsche ich dir alles Glück der Welt!“, murmelte ich, entzog mich sanft seiner Umarmung und stieg nachdenklich und ein ganz klein wenig traurig die Treppen hinauf.

„Ich weiss dass wir uns fehlen werden“, hörte ich Moppel noch flüstern, bevor ich im Hundehaus verschwand.
Nun sehen wir, was ab Mittwoch passiert. Hoffentlich nur Gutes!

Adios y hasta pronto, tu Señor Pepe

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