Señor Pepes Wochenschau


Pepe
Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe ihr hattet einen sehr schönen, sonnigen und wohligen Sonntag heute!
Da ich weiss dass ganz viele Leute am Geschehen unseres Tierheimes interessiert sind, habe ich mir folgendes überlegt:

Der von allen geliebte Wulli hat ja immer mal wieder in lustigen und traurigen Geschichten berichtet und ich würde das in einer anderen Form auch gerne für euch tun. Die Überschrift sagt ja schon alles aus :-)

Señor Pepe, also meine Wenigkeit, wird nun (ich bemühe mich redlich) einmal wöchentlich vom Tierheimalltag berichten.

Es ist ja jeden Tag immer was los und so gibt es auch viel zu erzählen.
Allerdings wäre es für euch, die es wirklich interessiert, von Vorteil hier unsere Internetseite im Auge zu behalten, damit ihr auch wisst von welchen Tieren die aufgenommen, oder vermittelt werden, ich spreche. Probiert es mal, ihr könnt euch dadurch wirklich noch mehr in unsere Arbeit ein fühlen.

So. Dieses Mal mache ich die Rückschau etwas gestraffter, weil ich ja jetzt schon so viel zur Einführung geschrieben habe.
Fangen wir an:

Sonntag 10.02.19:

So ein Sauwetter! Es hat zwar nur einmal geregnet, dafür aber den ganzen Tag. Nasskalt.Brrrr. Nix für einen Teneriffianer wie ich es einer bin. Mittags sollte ich mit ins Tierheim zur Spätschicht und was hat Señor Pepe gemacht? Ja, ich ging in den Körbchenstreik. Keine zehn Pferde hätten mich bei diesem Wetter aus meinem schönen, warmen Bett bekommen. Die Folge war, dass ich mir einen dicken Rüffel ein handelte.
„Streik!?“, wetterte Ruth als sie aus dem Haus ging. „Machst deinen Tierheimjob erst 5 Monate und schon streikst du, weil es regnet. Das fängt ja gut an, Pepe. Schämen sollst du dich!“
Sagte es, knallteverärgert die Tür zu und fuhr zur Arbeit. Ohne mich, juchhuuu! 😃 Den Rüffel den ich bekam, steckte ich ganz schnell weg und genoss diesen fiesen Tag in Wärme und Ruhe. So gehört es sich für einen Pepe.

Montag 11.02.19:

Unser lieber „Tequila“ wurde vergangenen Mittwoch kastriert und heute konnten meine Tierheimmenschen ihm endlich den Kragen ab nehmen.
Tequila
Ich hatte ja damals, als man mir meine Manneskraft nahm, auch so ein Teil an und ich kann nur sagen, die sind total störend und fies. Aber es muss halt sein, da wir Kerle ja sonst ewig an der Wunde lecken würden, was die Wundheilung stark beeinträchtigt. Na ja, jetzt hat Tequila es hinter sich und kann nun sein Leben ohne hormonell bedingten Stress leben. Gut so!

Dienstag 12.02.19:

Endlich! Heute wurde mein Kumpel „Gian“ von seinem neuen Frauchen in spe ab geholt. Welch eine Freude! Er hat so lange bei uns auf sein neues Leben gewartet und nun ist es soweit. Es steht und fällt allerdings damit, dass er sich mit zwei bereits vorhandenen Hunden und einer Katze verstehen muss. Mit den Hunden ist das kein Problem. Aber die Katze!? Da mach ich mir echt etwas Sorgen. Aber warten wir ab. Er ist nun für ein paar Tage zum „kennenlernen“ dort und dann wird sich schnell zeigen ob er die Katze in Ruhe lässt. Drücken wir dem knackigen Kerl feste die Pfoten!

Mittwoch 13.02.19:

Nachdem gestern Gian aus zog, konnte die sanfte Kaloma heute auch ihr Köfferchen packen.
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Sie wurde von einer sehr netten Frau adoptiert und Kaloma wohnt nun an der schönen Mosel. Ich kann behaupten, dass die Mosellandschaft wunderschön ist, schließlich wohne ich ja auch seit fast 5 Monaten dort. Viel Glück Kaloma und genieß dein Leben mit deiner neuen Partnerin an deiner Seite!

Donnerstag 14.02.19:

Himmel, was wird um diesen Tag ein Hype gemacht! Valentinstag hier, Valentistag dort. Herzchen, Blümchen und… Lilly!
Als ob Lilly diesen „Tag der Liebenden“ wörtlich genommen hätte, hat sie mich heute an gemacht als ob mich heiraten wollte. Egal wohin ich lief; Lilly lief hinterher. Egal wo ich schnupperte, Lilly schnupperte auch.
Einmal war mir das zu bunt, hob das Bein und setzte eine dicke, fette Markierung an die Hütte, die auf der Wiese steht. Hahaaa. Da musste Lilly passen. Das Bein so heben wie ich es kann, das bekam sie nicht hin.
Pepe und Lilly
Einmal wollte sie mir sogar einen Kuss geben, doch das war zuviel des Guten. Ich machte den Abflug von der Wiese und ließ eine betröppelt drein schauende Lilly zurück. Valentinstag… pfff… nicht mit mir! Es genügt, dass Moppel mir mal einen Zungenkuss geben wollte. Bäääh!

Freitag 15.02.19:

Ein schwarzer Tierheimtag, der voll und ganz unserem lieben Bunny gewidmet sein sollte. Wir haben hier ja schon davon berichtet, dass wir ihn am Morgen in den Himmel schicken mussten. Erst 3 Jahre war Bunny alt und hinterlässt eine todtraurige Susi, seine allerbeste Kaninchenfreundin, die nun als Witwe hofft, wieder ganz schnell einen neuen Partner zu finden. Kaninchen dürfen nicht alleine gehalten werden und so darf auch Susi nicht lange alleine bleiben müssen.
Ja, in Tierheimen muss man leider auch Entscheidungen treffen, in denen nur die Euthanasie Erlösung von Leid und Schmerz bedeuten.
Es ist immer ein so furchtbarer Schritt.

Samstag 16.02.19:

Bei herrlichstem Sonnenschein kamen heute mal wieder unglaublich viele Gassigänger, so dass wir zu wenig Hunde hatten um ihnen allen einen mit zum Spaziergang zu geben. Es macht ja auch viel mehr Freude den Vorfrühling zu genießen, wenn man einen Hund dabei hat, der auch die ersten wärmeren Tage und die Sonne sichtlich genießt.
Moppel hatte es allerdings vor gezogen ein ausgiebiges Nickerchen in der Mittagssonne zu halten. Er hat sogar geschnarcht, so entspannt war er. Apropos Moppel. Es gibt eine Neuigkeit! Eine hoffnungsvolle!
Aber noch rücke ich mit der Sprache nicht heraus.
Heute Abend treffen Moppel und ich uns in unserem „Kellerbüro“ und dann heben wir mal wieder ein- zwei Gläschen Hundebier. Moppel sagte mir, dass nächste Woche etwas ganz Besonderes passieren würde. Natürlich werde ich euch berichten, sobald ich Näheres weiß ;-)

Tja, nachdem dann alle Hunde mit ihren Gassigängern unterwegs waren, nutzte Annett die Zeit um den ganzen Bürokram ab zu arbeiten, der angefallen war.
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Es ist ja nicht nur das was man von aussen als Besucher so mit bekommt, was in einem Tierheim gearbeitet wird. Der Schreibkram nimmt oft mehr Zeit in Anspruch als das ganze Drumherum.
Aber Annett ist topfit in diesen Sachen und nach kurzer Zeit war der Schreibtisch wieder auf geräumt und alles erledigt. Tolle Mitarbeiter habe ich, das muss ich schon zu geben :-)

So, und heute ist Sonntag. Für diese Woche soll es genug sein von dem was zu berichten war. Und was mit der Moppelneuigkeit ist, das werdet ihr bald erfahren. Bleibt also am Ball ;-)

Vielleicht schreibt ihr mir ja mal kurz, ob euch diese Art der Berichterstattung gefällt. Sie wird bestimmt oft auch noch lustiger, oder manchmal leider auch trauriger sein. So wie es das Leben schreibt. Ich bin gespannt auf euer feedback.

Adios y hasta pronto, tu Señor Pepe *picotear*!

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