Pepe! – vermittelt


Guten Abend zusammen *räusper*

Ich muss sagen, dass ich im Moment ziemlich zwischen allen Stühlen der Welt sitze (wenn ihr wisst was ich im übertragenen Sinn des Wortes meine).

Vor ein paar Wochen kam ich von Teneriffa ins Tierheim nach Mayen und das war schon ein großes Glück für mich.
Alle rd. 220 Hunde die dort im Tierheim leben müssen, träumen davon Menschen zu finden, die sie lieb haben, die sie wert schätzen und ihnen Zukunft, Heimat und ein wenig Liebe schenken.

Bitte, ich möchte mich vorstellen dürfen.
Wahrscheinlich kennen mich einige von euch bereits durch die Homepage des Mayener Tierheimes. Ich bin der Pepe. Der Pepe, der vor einigen Wochen von Teneriffa nach Mayen kam. Voller Hoffnung auf ein baldiges, liebevolles Zuhause. Voller Hoffnung, dass ich endlich mit einer „eigenen“ Familie glücklich werden darf.
Lange Rede, kurzer Sinn: Seit heute Abend darf ich bei Ruth wohnen.
Wer von euch weiss, was das bedeutet, der weiss auch, wieviel Ehrfurcht ich davor habe.
Pepe4

Seit ich im Tierheim Mayen bin, hat niemand an mir Interesse gezeigt. Niemand!!! Obwohl ich (so sagen die Tierheimleute), so unglaublich unkompliziert und sozial verträglich bin.

Am 2.Mai diesen Jahres starb Wulli.
Das erzählte mir Ruth vor ein paar Tagen und ihr rannen einige Tränen über die Wangen.

Sie saß bei mir im Hundehaus auf dem hölzernen Liegebrett, kraulte mein Fell und erzählte mir von Wulli dem Tierheimbürochef und Alleskümmerer, der allen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zauberte, er war wohl ein Meisterdieb und Charmeur. Ein herzensguter Hund der seine Lebensgefährtin Britta so sehr liebte, dass er nach deren Tod am 10.04. diesen Jahres, vor Kummer und Trauer nur 3 Wochen später, am 2. Mai, folgte.

Wulli,wird immer leben. Das spürt man wenn man das Büro im Tierheim betritt. Er ist präsent und viele Besucher fragen nach ihm, weil er bekannt war wie ein „bunter Hund“.

Was soll ich sagen?
Ich bin im Grunde sprachlos.

Heute Abend geschah das, was 2011 Wulli geschah.

Es war Feierabend im Tierheim.
Ein geschäftiger Tag ging zu Ende.
Mit Herrn W. wanderte ich am Nachmittag noch rd. 10 km durch die Felder und Wälder rund um Mayen.
Dann gabs Abendessen und dann legte ich mich, wie jeden Abend auf mein Liegebrett im Hundehaus.

Alles wurde still und mittlerweile wird es ja auch schon recht früh dunkel.
Bevor uns allen „gute Nacht“ gewünscht wurde, bekam noch jeder ein Schweineohrbetthupferl, nur ich nicht!
Wiiieeesooo? Ich liebe Schweineohren!

Betrübt zog ich mich auf mein Nachtlager zurück und hörte meine Kumpels herzhaft schmatzen. Mist!!

Auf einmal ging noch mal die Tür auf, Ruth kam leise ins Hundehaus und sagte zu mir:“Na Pepe? Magst du mit mir nach Hause fahren? Wulli und seine Seelenfreundin sind tot und alles ist still bei mir. Magst du mit mir nach Hause fahren?“
Ehrlich gesagt, hab ich erst gar nicht kapiert was sie meinte.
Was? Was ist „nach Hause“?
Ich blieb auf meinem Lager liegen.
„Magst du mit fahren?“

Auf einmal hörte ich Momo, alias Moppel raunen:“ Häi Kumpel. Biste begriffsstutzig, oder was? Sie möchte dich mit zu sich nach Hause nehmen. Kapierst du nicht, dass das ne einmalige Chance ist?
Komm auf die Beine und mach dich ab. Und wenn DU nicht mit fährst, dann quetsche ich mich in die Transportbox und schmuggele mich in ihr Haus.“

Ruth lächelte, machte die Tür meines Quartiers auf und null komma nix rannte ich aus dem Hundehaus hinaus, schnurstracks ans Tierheimtor. JA! Ich wollte mit! JA! Ich möchte bei und mit ihr wohnen. JA! Ich möchte….nein. Das werde ich niemals.
Niemals werde ich Wullis Nachfolger sein und werde es auch nicht können.

Aber ich werde die Zeit bei Ruth genießen, bis dass ich eine endgültige „eigene“ Familie finde. Ích werde bei ihr bleiben dürfen bis dass jemand erkennt was ich für ein unkomplizierter und wundervoller Hund bin.

Ich werde bei ihr bleiben dürfen und dafür immer dankbar sein.
Und solange ich keine eigene Familie gefunden habe, werde ich alles tun um auch das Tierheim Mayen ein ganz klein wenig zu repräsentieren, weil ich einfach nur glücklich bin, dass es das „Sprungbrett“ für mich ist, in eine glückliche Zukunft.

Nun werde ich meine erste Nacht genau an der Stelle schlafen dürfen, an der auch euer aller Wulli genächtigt hat.
Ich bekomme Gänsehaut wenn ich daran denke und es ist mir eine große Ehre!!!

Und ich weiss dass meine neue, zweibeinige Freundin nun neben mir am Tisch sitzt, an Wulli, Britty und mich denkt und leise weint…
Ach, könnte ich sie doch trösten!

Gute Nacht wünscht euch ein unglaublich glücklicher und dankbarer
P e p e
Pepe2

 

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