Schöne Festtage ihr Lieben und ein gesundes, glückliches 2018!


Wulli Weihn.17

Allerliebste Freundinnen und Freunde des Tierheim Mayen und des Wulli (das bin ich *smile*)

Vor dem Hl. Abend und Weihnachten, möchte ich es als Tierheimbürochef und Alleskümmerer vom Tierheim, nicht versäumen mich von Herzen bei euch allen da draußen in der Welt zu bedanken.

Zunächst jedoch ein kleines „Zwischen Intermezzo“ zu meiner Hundeperson.
Wie ihr längst alle bemerkt habt, habe ich mich im nun zu Ende gehenden Jahr etwas rar gemacht. Ich weiss dass viele von euch meine regelmäßigen „Wullibriefe“ vermissen. Hier genauso wie bei facebook, doch bitte bedenkt, dass auch ich älter und älter werde und nicht mehr so „spritzig“ und voller Elan und Tatendrang bin, wie es noch z.B. Anfang des Jahres war.
Im Laufe der Monate wurde ich immer träger, immer langsamer. Mir geht es gut, das muss man wissen, aber ich bin halt ein alter Knabe.
Meine Tierheimleute sagen oft hinter vorgehaltener Hand:“ Ach, ist der Wulli alt geworden. Er schläft so unblaublich viel. Das hat er noch nie gemacht. Er soll uns bloß keinen Kummer machen!“

Das größte Desaster ist, dass ich auch nicht mehr so gut höre. Was heisst, dass wenn ich in der Tierheimküche selig schlafe und das Fressen für meine Hunde-und Katzenkumpels vorbereitet wird, kriege ich das nur noch selten mit.

Wulli Futterküche17

Augen zu, Nase streikt. Und das einem Meisterdieb wie mir. F u r c h t b a r sag ich euch! Zum Mäuse melken. Echt!
Manchmal machen meine Damen die Probe aufs Exempel. Dann legen sie mir, während ich eines meiner mehrstündigen Nickerchen mache, ein Stück stinkiges Schlundfleisch, oder ein Bröckchen Fleischwurst unmittelbar vor meine dicke WulliNase.
Vor Monaten noch, hätte ich bereits den Anmarsch der Köstlichkeiten wahr genommen und schwuppdiwupp den Mädels aus den Händen geschnappt. Doch zu meinem eigenen Schreck, bekomme ich das mittlerweile nicht mehr mit.

Tja, so ist das Leben. Man wird geboren, ein knuffiger Welpe, entwickelt sich zu einem nixnutzigen Junghund, bis dass man dann als junger Erwachsener sein ganzes Hundeleben noch vor sich hat. Was kostet die Welt!?
Man denkt nicht darüber nach, dass das Leben endlich ist. Man lebt in den Tag, bemerkt zwar hin und wieder in die Jahre gekommene Hunde, doch man denkt gar nicht daran, dass man eines Tages auch alt und müde sein wird. Sofern man natürlich das Glück hat, nicht vorher das Zeitliche segnen zu müssen.

Nun also bin ich an der Reihe alt zu sein. Alt und müde. Die Knochen tun oft weh, die Schulterblätter machen was sie wollen und springen wie Gummibänder hin und her. Jeder Schritt ist eher beschwerlich.
Zog ich im Frühjahr mit meiner Lebensgefährtin „Britty“ noch munter durch die blühenden Felder, so hab ich mittlerweile nach 10 Minuten schon keine Lust mehr weiter Gassi zu gehen.

Warum ich das alles schreibe? Auf jeden Fall nicht aus einer Wehmut heraus. Nein, auf keinen Fall! Ich sage immer, wer nicht alt werden will, muss früh sterben und darauf habe ich noch nie Bock gehabt. Viel zu schön ist das Leben, trotz der Widrigkeiten und Stolpersteine die einem das Schicksal beschert.

Ich schreibe es, weil nun ein paar Tage die Hektik des Alltags nieder gelegt werden kann.
Eigentlich sollte ja bereits die Adventszeit ruhig und besinnlich sein. So wird es allenthalben jedem gewünscht. Doch Pustekuchen.
Es wird gehetzt, gehetzt und noch mal gehetzt.

In diesem Jahr ist ja der Hl.Abend ein Sonntag. Ein Segen für die Angestellten im Einzelhandel, Post, Paketdiensten usw.
3 Tage Weihnachten. 3 Tage die jeder nutzen sollte um vielleicht einmal nach zu denken, ob man sich im nächsten Jahr wieder dem Vorweihnachtsstress aussetzen möchte. Doch ich glaube die „Zwangsmühle“ lässt euch Menschlein keine andere Wahl. Schade eigentlich.
Denn in den Wochen in denen man rum hetzt, dies und das noch besorgen und machen muss, um schließlich, oft mit blanken Nerven fix und fertig vorm Tannenbaum sitzt und bald einschläft vor Erschöpfung, verschenkt man Lebenszeit die nie mehr zurück kehrt.

Ich alter Knabe habe mir da selbst den Spiegel vor gehalten. Gelte ich nach aussen als der Entschleuniger schlechthin, so sah es innen drin bei mir doch manchmal ganz anders aus. Als Tierheimbürochef und Alleskümmerer hat man da oft auch keine andere Wahl.
Ich bin quasi der Repräsentant des Tierheimes und bin es SEHR gerne. „Wulli kannst du bitte nicht mal hier“, heisst es oft. „Wulli, du musst deine Kolummne fürs Journal schreiben. Das hat schließlich ne Auflage von über 200 000 und die Leser/innen lieben deine Berichte.“ Oder:“ Wulli, morgen kommen Leute von der Zeitung. Zieh dir bitte schon mal deine grüne Fliege an, sie möchten dass du mit aufs Bild kommst.“
So geht das Jahr für Jahr und seit einigen Monaten merke ich, dass ich nicht mehr so belastungsfähig bin. Zuerst habe ich mich dagegen gewehrt. Ein 13jähriger Wulli kann noch alles so meistern wie mit fünf, oder so. Ein 13 jähriger Hund ist im Kopf und mit dem Körper noch genauso voller Elan wie damals. Denkste Puppe. Dass das nicht mehr so ist, habe ich vor einiger Zeit schmerzlich erfahren.
Wie, darüber möchte ich nicht schreiben, weil es eher unwichtig für die Öffentlichkeit ist. Wichtig ist, dass ich dadurch sehr intensiv zum Nachdenken kam.

Plötzlich war mir klar, dass ich kürzer treten muss. Meine Augen waren schlechter geworden und meine Pfoten fanden die Buchstaben auf der Tastatur meines Notebooks nicht mehr so fließend. Alles wehren dagegen nutzte nichts und eines Tages gestand ich mir ein:“Wulli, du bist ein alter Mann geworden. Da beisst die Maus keinen Faden ab.“

Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden. Alt zu sein ist nicht schlimm. Wenn man es zu lässt und seine Grenzen des Machbaren erkennt. Zum Glück habe ich noch keinen Honig im Kopf, also ballaballa bin ich noch nicht. NOCH nicht! Doch sollte das einmal so sein, dann nehme ich es ebenfalls als gegeben hin.

Ich nutze diese, nun anstehende Weihnachtstage dazu, es euch so zu schreiben wie es ist. Nicht wehmütig und klagend, sondern mit frohem Herzen. Froh, dass ihr Lieben uns auch in diesem Jahr durch den Tierheimalltag begleitet habt. Froh, dass wir, wenn wir durch schlimme Tierschicksale (besonders im März – könnt ihr, wenn ich wollt, ja noch mal hier auf unserer HP nach lesen) Hilfe brauchten, auf euch zählen konnten. Froh, dass ihr uns immer wieder Futter spendet, Tierzubehör und alles was Tierheimtiere so brauchen. Froh, dass ihr uns auch mit Geld unterstützt habt. Strom, Wasser, Heizöl usw. müssen auch bezahlt werden und das ist ja kein unerheblicher Betrag im Etat eines Tierheimes. Viele Leute wissen gar nicht, dass wir keinerlei Unterstützung von Stadt und Kommunen erhalten.
Mein, unser geliebtes Tierheim, lebt und überlebt nur durch Mitgliedschaften und Spenden. Der Wahnsinn, gell!? Und weil das so ist, sind wir halt auch auf den einen oder anderen Euro von euch angewiesen.

Viele, viele wunderbare und einfallsreiche Aktionen habt ihr im vergangenen Jahr ins Leben gerufen um Geld für unser Tierheim zu sammeln. Ich denke nur an unsere ehemalige Heiminsassin „Ella“.

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Deren Frauchen Carla hatte sich monatelang auf einen Halbmarathon vorbereiten, den sie zugunsten unseres Tierheimes laufen wollte. Kurz vor dem Termin wurde sie krank und die ganze Plackerei war umsonst. So traurig!!! Doch Ella´s Frauchen ist ne echt tuffe Frau und ließ sich nicht unter kriegen. Wenn sie schon den Halbmarathon nicht laufen konnte, dann wollt sie wenigstens ihre Freundinnen und Freunde, Bekannten und Verwandten dazu ermuntern, trotzdem eine „kleine Spende“ zu geben, die sie dann gesammelt dem Tierheim übergeben würde. Und was soll ich euch sagen!?
Sage und schreibe weit über 1.000 Euro wurden uns dann feierlich übergeben. Eine Wahnsinnssumme, eine Wahnsinnsidee!

Ich habe mir vorgenommen Anfang nächsten Jahres ausführlicher darüber zu berichten, ebenso von eine nicht minder Superidee von Melanie Koch, die im Sommer über 600 Euro für den armen Teddy gesammelt und gespendet hat.
Dass ich das alles bisher noch nicht berichtet habe, hat wahrscheinlich mit dem oben erwähnten WulliAlterungsprozess zu tun ;-)
Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben *smile*

Jedenfalls nochmals ein ganz, ganz großes DANKE an alle lieben, lieben Menschen die uns in irgend einer Weise unterstützt haben und ich hoffe, dass ihr alle auch im Jahr 2018 „bei uns“ seit.

Der Wulli macht sich nun auf ins weihnachtliche Schlummern und hofft dass ihm dann doch das eine oder andere Schmankerl vor die Nase gelegt wird.
Frohe, besinnliche, erholsame Weihnachtstage, meine Lieben Freundinnen und Freunde, einen hoffentlich nicht so feuerwerklastiges Silvester und mein größter Wunsch für 2018 ist für uns alle, dass es mehr Miteinander und Frieden auf der Welt geben möge.

Weihn.-wulli

Seid weihnachtlich und festlich beschnüffelt und gegrüßt von eurem alten Kumpel
Wulli *ichhabeuchallesehrlieb*

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