Wullis Flüstertüte vom Samstag, 22.07.`17


Wulli Pfoten

Oweia, oweia, ihr Leutchen da draussen in der lauen Sommernacht.
Hier ist der Wulli, der im wahrsten Sinne des Wortes hundemüde seine letzten Kräfte mobilisiert um euch noch ein kleines Update vom heutigen Tierheim-Mayen-Tag zu schreiben.

Vorab sag ich euch: Ich habe, wie ihr seht, heute Abend Plattfüße. Plattfüße vom vielen hin und her laufen im Tierheim. Die Besucher herum führen, meine Kumpels zum Gassi gehen raus geben und sie später wieder in Empfang nehmen, meine Tierheimmenschen beim füttern unterstützen und was weiss ich noch alles, was an einem solchen Tag wie diesem noch alles zu bewältigen war.

Heute musste ich schon etwas früher meinen Dienst antreten (obwohl ich noch gar nicht im Arbeits- sondern im NochimmerSchlafModus war), weil fünf entzückende Wauzis von einer schier endlos scheinenden Autofahrt aus Rumänien zu uns kamen. Und das am Vormittag, an dem ich ansonsten noch chillend rum hänge. Aber heute ging das nicht und Antonidas, Biena, Isuza, Midvh und Thrall waren das mehr als allemal wert!

Antonidas u. Co.

Ihr könnt sie auf einem der Fotos hier sehen, unmittlebar nach der Ankunft mit unserer Freundin Sabine. Da hatten die Hunde so einen endlos langen Transport hinter sich, stiegen bei uns aus und waren ausser sich vor Lebensfreude und Freundlichkeit! Mein Herz wird ganz wulliweit wenn ich das immer wieder erleben darf, weil ich ja auch 2011 aus Spanien hierher kam und solch einen langen Transport mitmachen musste, bevor ich ins Glück kam und sogar Tierheimbürochef und Alleskümmerer wurde.

Aber nun möchte ich mich nicht nur mit den Zuckerschnuten aus Rumänien aufhalten, denn der restliche Tag war noch mega genug.
Zur Erinnerung: Ich habe Plattfüße! An meinem Halsband ist mein SmartPhone befestigt und in dem habe ich eine App die täglich meine Schritte zählt. Liegen sie im Normalfall pro Tag bei 523 Schritten, so waren es heute sage und schreibe 8.989 Schritte. Könnt ihr euch das bei einem Gemütlichkeitshund wie ich einer bin vorstellen? Kein Wunder dass ich nun Plattpfoten habe. Wie sollte es auch anders sein?

Im Zeitraffer nun das was noch so alles los war:

Kurz vor Öffnung für Besucher um 14 Uhr war der Parkplatz bereits so voll, dass ich glaubte Kate und William aus Großbritannien würden unser schönes Tierheim besuchen wollen. Heimlich habe ich schon einen Hofknicks geübt, doch ich fiel jedes Mal auf die Schnauze, weil ich einfach zu lang bin um elegant sein zu können.
Als dann das Tor geöffnet wurde und nicht die Sprossen der englischen Dynastie herein kamen, sondern einfach nur unsere lieben, lieben, lieben, treuen Gassigänger/innen und Katzenschtreichlerinnen, da war ich so unglaublich froh, dass ich ruck zuck den Hofknicks vergessen habe und einfach nur mein allseits bekanntes „Hallo“ vor mich hin grummelte.

Diese tollen Menschen, die Tag für Tag und Woche für Woche kommen um sich unseren Tierheimtieren an zu nehmen, wissen, dass mein wulliges „Hallo“ ein überaus herzliches „Danke dass ihr wieder da seid“ ist. Die kennen mich und ich glaub die mögen mich. Manche sind sogar ein bisschen in mich verliebt, aber ich lasse mir nicht anmerkend dass ich das merke

Jedenfalls ging dann ab 14 Uhr der Punk ab. Gefühlte 1000 Leute interessierten sich (ernsthaft) für unsere Miezen und Hunde. Susanne, Hilde und Ruth flitzten hin und flitzten her, Beratungsgespräche intensiv wie immer, Hunde zum Gassigehen raus geben und später wieder in Empfang nehmen, Verträge schreiben, Telefonate führen… mir schwirrte der Kopf ob all dem Trubel.
Diejenigen von euch die unsere Hompepage verfolgen oder uns im Tierheim besuchen, und ich weiss das sind nicht wenige, werden sich jetzt mit uns freuen, denn heute konnten einige unserer Vierbeiner unsere „Gaststätte“ verlassen.

Die süße „Lissy“, die dreifarbige Mieze die schon relativ lange auf ein Zuhause wartete, durfte aus ziehen, ein rotes Katerchen, ein „Wüstenkätzchen“ und sogar „Chip“, der junge, noch ziemlich unnahbare Kater den wir aus einem Messihaushalt heraus geholt haben, fanden superliebe Familien die genügend Geduld und Liebe haben werden um ihnen zu zeigen, dass das Leben mit Menschen auch richtig schön sein kann.

Nanni, das Kaninchenmädel durfte nun auch ihr Möhrchen einpacken und last but not least wurde der Tierabgabevertrag mit den lieben Menschen gemacht, die unseren kleinen Zwerg, den Papillion „Pan“ aufgenommen haben.

Pan

Ihr seht, es war ein Megatag mit unglaublich vielen Gesprächen, Eindrücken und letztendlich Plattpfoten beim Tierheimbürochef.
Jetzt bin ich rechtschaffen müde und danke wirklich von ganzem Herzen all den Menschen die den Weg in ein Tierheim finden um einer Seele die dort auf ein neues Leben hofft, eine Heimat schenken.

Es ist mir egal wenn ich immer wieder schief angeguckt werde von Rassetierliebhabern die sich aus welchen Gründen auch immer, ein Tier vom Züchter oder gar einem Vermehrer kaufen. Warum tun die das? Die Tierheime sitzen voll mit bezaubernden und wundervollen Tieren, die sich nach einer Heimat sehnen. Aber nein, die Rassetierliebhaber haben tausend Gründe warum sie gerade DIESE Rasse bevorzugen. Ich könnte bröcklen wenn ich diesen Mist immer und immer wieder hören muss. Rassestandard erhalten, die Linie ist wunderbar. Es ist wichtig diese und jene Rasse zu erhalten… Was für ein Schwachsinn!!!!!!!! (Tausend Ausrufezeichen)

Kein Mensch auf der Welt braucht einen Rassestandard. Leute! Euer Ego ist vielleicht geschmeichelt, doch wenn ihr das braucht um glücklich zu sein, dann tut ihr mir von Herzen leid!

Und die, die nicht nach einem vierbeinigen Statussymbol suchen, die sollten sich in einem Tierheim umsehen. Unzählige, traurige, hoffnungslose, liebe, lebensfrohe, wunderschöne Hunde, Katzen warten auf gerade euch!

Nicht die Egomanen zählen, sondern ihr Menschen mit Herz.

In diesem Sinne, es war ein erfüllender Tag und ein offenes und wahres Wort von eurem
Plattpfoten-Wulli

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