Wullis Flüstertüte vom Sonntagmorgen, 16.07.`17


WulliFell2

Guten Morgen ihr Sonntagskinder. Heute muss ich euch leider einmal demonstrieren, dass ein Tierheimbürochef und Alleskümmerer auch mal in Rage geraten kann. Ne, ne, ich bin nicht immer das gutmütige Schaf das ich scheine immer und überall zu sein.

Heute morgen bin ich aus unerfindlichen Gründen mit der linken Pfote aufgestanden. Keine Ahnung warum, aber ich habe da eine Vermutung. Ich habe nämlich geträumt. So intensiv. So wunderbar, so erquicklich. Mir träumte dass ich mit verbundenen Augen in einen kleinen Raum geführt wurde. Bereits als ich ihn betrat, spürte ich eine besondere Aura, obwohl ich gar nix sah.

Es duftete nach Frauen und roch nach… Leberwurst! Was für eine Kombination!!! Ich wurde (noch immer mit verbundenen Augen) in die Mitte des Raumes geführt, die Tür schloss sich hinter mir und mir wurde die Augenbinde abgenommen. Und was denkt ihr!?  Ich wähnte mich im 7. Hundehimmel!!!

Der Raum war in eine warmes Licht getaucht. An den leberwurstbraunen Wänden saßen sechs reizende und aufreizende Hündinnen, die mich allesamt mit einem äusserst lasziven Blick anhimmelten. Meine WulliBrust schwoll an wie die eines Wrestlingsweltmeisters und die Damen waren sichtlich beeindruckt. Doch das war ja noch nicht alles. Von der ebenfalls leberwurstfarbenen Decke baumelten hunderte von je ca. 20 cm langen Leberwürste. Sie hingen so tief, dass ich nur das Maul aufmachen musste um sie zu erhaschen. Ich war wirklich im Himmel. „Oh, Wulli du begnadeter!“, dachte ich so für mich, schritt zu den Hundemädels, zwinkerte einer jeden verheissungsvoll zu um mich dann wieder zur Mitte des Raumes zu begeben. Bevor ich nämlich die Damen vernaschte, wollte ich mich durch ein halbes Dutzend der von der Decke baumelnden Leberwürste stärken um meiner sowieso gut ausgeprägten Manneskraft noch einen zusätzlichen Schub zu geben. Ich setzte mich als in die Mitte des Raumes, schloss vor einer baumelnden Leberwurst die Augen, sog deren Duft tief ein, sodass die Pfützen in meinem Maul immer größer wurden, öffnete sehr bewusst und konzentriert, ob des unmittelbar bevorstehenden Genusses mein Maul um eine Wurst zu verspeisen und…

…wurde wach!  ICH  WURDE  WACH!!! Wisst ihr was das heisst? Meine Welt brach von einem Moment zum anderen zusammen. Mein Himmel war auf einmal futsch. Weg. Alles. Die sechs lasziven Mädels, die himmischen Leberwürste, alles weg. Ich lag in meinem orthopädischen Hundebett und um mich herum nichts von dem was ich wenige Momente vorher noch genossen hatte. Wie soll man sowas verkraften ohne verrrückt zu werden!?

Ich stob nach draussen, stürzte mich auf das Fell das immer draussen liegt, damit ich darauf gemütlich liegen kann und es musste alles erdulden was mir soeben widerfahren war. Für jede Traumleberwurst die mir nicht vergönnt war, riss ich einen Fetzen daraus. Für jedes Hundemädel das mir verwehrt war, riss ich einen Fetzen daraus und für den Frust der mich befiel, schleuderte ich das Fell hin und her bis dass ich fix und alle war.

Wulli Fell

Sowas macht man mit einem Wulli nicht! Das ist Verar… Veräppelung. Da träumt man so real und wird kurz vor dem Ziel raus geschmissen. Das macht man mit einem Wulli nicht!!

Nachdem ich in Rage meine Wut an dem armen Fellteil ausgelassen hatte, fiel ich in eine ansetzende Depri. So eine doofe Traurigkeit. So eine Ungerechtigkeit. Auf einmal kam meine Lebensgefährtin Britty, knuffte mich nicht gerade sanft in die Seite und meinte ich möge mich nun aber mal beruhigen und mich zusammen nehmen. Ich würde mich verhalten wie ein eingeschnappter Welpe. Na und!? Ich hatte ja auch allen Grund dazu.

Nun allerdings muss ich mich sammeln. Ob ich will oder nicht, denn jetzt geht es ab zur Arbeit. Sonntags ist immer viel Betrieb im Tierheim und da muss ich natürlich als Tierheimbürochef eine gewissen Autorität ausstrahlen und darf da nicht als beleidigte Leberwurst rum laufen. Apropos Leberwurst… ich werde diesen Traum niemalsnimmer vergessen. Es war der Himmel!  ;-)

Vielleicht sehen wir uns ja gleich im Tierheim. Wenn das der Fall sein wird würde ich mich freuen und ich garantiere euch, ihr würdet nicht merken dass ich heute mit der linken Pfote aufgestanden bin.

Alles liebe und Gute für euch meine Freundinnen und Freunde. Und ich hoffe für euch, dass ihr niemals so einen wundervollen Leberwursttraum haben werdet, aus dem ihr erwacht wenn es ernst wird.

Mit allerliebsten Sabbergrüßen von eurem Wulli <3

 

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