Wullis Flüstertüte – von Sonne, Sommer, Kickie :-) am Samstag, 24. Juni `17


Kickie2

Nun denn meine lieben Freundinnen und Freunde. Nachdem ich vorgestern so rum posaunt habe, dass ich nun statt Betthupferl immer mal wieder etwas aus der Tierheim-Mayen Flüstertüte plaudere, mache ich das dann jetzt auch mal.

Oberstes Gesprächsthema allerorten: die Hitze, die ach so barbarische Hitze. So ein Kappes. Gut, es ist warm, aber Hitze ist das nicht. Jedenfalls für mich nicht, der ich ein feuriger Spanier bin. Olè!

Na ja, das mit dem feurig war noch nie so mein Ding, aber es klingt gut und macht für die Damenwelt attraktiv ;-) Ich jedenfalls liebe dieses Wetter und genieße es. Und wenn man in der Sonne vor sich hin trottet, dann bemerkt man auf einmal, dass man ja gar nicht alleine ist! Da gibt es einen zweiten Wulli. Einen dunklen. Einen Schattenwulli.

Wulli Schatten

Komisch. Immer wenn ich mich nach dem umgedreht habe, hat der sich auch umgedreht. Ich wollte ihn freundlich am Hinterteil zur Begrüßung beschnuppern, aber der hat sich echt einfach weg gedreht. Schließlichh war mir da zu doof und trottete einfach in der Sonne weiter. Und was soll ich sagen!? Der Kerl hat mich verfolgt. Aber als ich ihn vollkommen ignoriert habe, hat er sich auch nicht mehr von mir abgewendet. Er ist erst verschwunden als wir durch eine Unterführung latschten in der logischer Weise keine Sonne mehr schien. Komisch *pfff*

Nun komme ich aber mal auf den wichtigen Kern meiner heutigen Flüstertüte. Ich habe ein paar Fotos von „Kickie“ eingestellt, weil sie mein WulliHerz berührt. Ganz doll katzenliebende Leute auf dem Kuckusberg in Mayen, bemerkten seit einiger Zeit, dass eine Katze unter ihrem Gartenhaus mehr oder weniger „lebte“. Sie traute sich nicht heraus und kam nur zu dem von den lieben Menschen angebotenen Futter, wenn alles still rundum war. Man muss dazu sagen, dass das da oben am Kuckuksberg am Popo der Welt ist. Wenn es da ruhig wird, dann ist es da auch ruhig.

Lange Rede, kurzer Sinn, die beiden Menschen, die so besorgt um die Katze waren, kamen ins Tierheim und baten um Rat und Hilfe. Sie nahmen eine so genannte Lebendfalle mit, mit der man verwilderte Katzen gefahrlos einfangen, sie kastrieren und dann wieder frei lassen kann. Verwilderte Katzen kann man nicht im Tierheim belassen. Sie drehen da durch. Und niemand würde sie adoptieren wollen, weil sie zwar Hauskatzen, aber eben verwildert sind. Deshalb ist die Kastration das einzig richtige und wichtige, damit sie nicht ständig gedeckt werden und eine Population von verwilderten Katzen entsteht, die kaum noch in den Griff zu bekommen ist.

Nach Einweisung was und wie zu machen ist, zogen Herr und Frau J. von dannen um der Katze die unter deren Gartenhaus mehr schlecht als recht lebte, zu helfen.

Am nächsten Tag bereits war die Aktion erfolgreich. Der Hunger trieb die Katze dazu sich einfangen zu lassen und wurde ins Tierheim gebracht. Die Fachkenntnisse meiner Tierheimleute bemerkten sofort, dass es sich hier nicht um eine verwilderte, sondern um eine abgemagerte, spindeldürre, zerbissene, aber absolut liebe, junge Katze handelte. Nix mit Wildling!

Sie wurde in Zimmer 4 untergebracht, gefüttert und ihr ein paar gemütliche Kuschelkörbe eingerichtet, die sie nach dem Schmaus sofort in Anspruch nahm um in einen tiefen Schlaf zu versinken.

Die arme Maus! Wahrscheinlich hat sie irgend ein hirnloser Zeitgenosse dort oben auf der Höhe des Kuckucksberges ausgesetzt und sie ihrem Schicksal überlassen. Kickie hat wohl lange kein Futter mehr bekommen, denn man sah fast jede Rippe und selbst der lange Schwanz war dünn wie ein Regenwurm. Im Halsbereich war sie zerbissen, die Wunden stammen von unkastrierten Katern, die rolligen Katzen auflauern, sie erbarmungslos immer und immer wieder begatten und sie dabei im Halsbereich mit ihren spitzen Zähnen festhalten damit sie sich nicht groß wehren können.

Kickie

Ich nenne so etwas Vergewaltigung. Ich finde Sex darf nur im einvernehmlichen Miteinander stattfinden. Auch bei Katzen! Meine WulliWenigkeit hat ja nur noch nix damit am Hut, weil ich kastriert bin, aber mein Kopfkino funktioniert noch ;-)

Auf den Fotos seht ihr nun die kleine „Kickie vom Kuckucksberg“. Ein Hänfling der einfach nur glücklich und dankbar ist, dass er bei uns im Tierheim in Sicherheit ist. Das Domizil unter dem Gartenhaus verlassen zu müssen, fiel Kickie bestimmt nicht schwer. Und dank des netten Paares konnte ihr so gut geholfen werden.

Kickie ist zwar noch ein Hungerhaken, aber ein ganz superlieber. Und ich kann aus Erfahrung sprechen, bei regelmäßigem Verzehr von getrockeneten Schweineohren, nimmt man ganz schnell zu ;-)

In diesem Sinne, danke für eure Aufmerksamkeit, dass ihr die Ergüsse meiner allererste Flüstertüte ertragen und gelesen habt. Deshalb schenke ich euch einen herrlich saftigen Sabberkuss zur Nacht.

Hoffen wir, dass Kickie vom Kuckuksberg bald eine richtig tolle Familie findet in der sie endlich ein paar Gramm zunehmen kann und dass ihre Bisswunden wieder ganz abheilen.

Ein prickelndes Wochenende euch allen, wünscht euch euer FlüstertütenWulli aus dem Tierheim Mayen


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