Dieses Jahr…


Bald beginnt ein neues Jahr und so kurz vor Weihnachten finde ich es an der Zeit, einmal Bilanz zu ziehen. Dass ich einmal so ein riesengroßes Glück haben würde, ahnte ich nicht, als ich Anfang Juni im Mayener Tierheim landete.

Ruth nahm mich bald mit nach Hause und mit Britta kam ich direkt gut klar. Bei den beiden und im Tierheim habe ich mein neues Zuhause gefunden. Was ich natürlich meinem unwiderstehlichem Charme zu verdanken habe ;-)

Zum Nachmittagsdienst erscheine ich natürlich täglich mit den beiden im Tierheim, weil ich ohne sie niemals mehr sein möchte und auch die Arbeit mit ihnen teilen will.

Im Heim bekomme ich den lustigen aber leider oft auch traurigen Alltag hautnah mit.

Rund 650 Tiere fanden in diesem Jahr ein neues Zuhause. Unglaublich!
Das ist der Verdienst meiner Tierheimleute, die täglich hart arbeiten, damit es uns Tieren ein Stückchen besser geht.

Trotzdem höre ich ständig, dass noch enorm viel Bedarf da ist. Nicht nur bei uns Hunden, sondern besonders auch bei Katzen und Kleintieren.
Und genau mit diesem Thema hab ich mich dann auch mal intensiv befasst und habe mit Erschrecken gesehen und erlebt wieviel Elend von Menschen geschaffen wird, das verhindert werden könnte.

Deshalb bitte ich Euch alle um Mithilfe. JEDER kann das. Wirklich!
Haltet die Augen auf! Leistet Aufklärungsarbeit, die so wichtig ist.
Ermahnt Freunde, Verwandte, Kollegen, Bekannte und Nachbarn wenn sie ihre Katzen werfen, anstatt sie rechtzeitig kastrieren zu lassen.
Sie machen sich mitschuldig am Katzenelend, wenn sie die Kleinen verschenken und die sich dann in einem halben Jahr auch wieder vermehren.

Oft sagen die Leute:“Wir kriegen alle gut los“ oder „so eine Geburt ist doch was Tolles für die Kinder“.
Quatsch ist das!!!

Ich finde Kinder sollten besser das Wunder des Tierschutzes statt das der Geburt verstehen lernen.

In meiner kurzen Zeit hier habe ich mit erleben müssen, wie die Welpen bei uns gelandet sind.

Oft krank, verstört und verängstigt.
Dann werden bei Pflegestellen Kellerräume, Badezimmer, Gäste- WC`s und sogar Büros belegt, weil das Tierheim keine Aufnahmekapazität mehr hat und aus allen Nähten platzt.

Auf unserer Warteliste stehen noch mehr als 40 Katzen die ins Tierheim sollen (habe heimlich nachgesehen), darunter auch etliche Wohnungskatzen.

Auch alte Katzen will man im Tierheim abgeben, sogar eine die bereits 15 Jahre alt ist.
Wie können Menschen das über das Herz bringen?

Die alten Tiere haben kaum Chancen vermittelt zu werden.

Meine Leute sagen, dass das mit den Katzen kaum noch zu bewältigen ist. Das macht mir Angst!!!
Würden doch die Menschen mehr Verantwortungsbewusstsein haben.

Nun zu den Kleintieren:
Eine überaus segensreiche Sache ist, dass das große und wunderschöne Kleintiergehege nun zum Glück fertig ist. Das war auch bitter nötig, weil die Flut von Nagern die ins Tierheim sollen, immer mehr zunimmt.

Nager werden oft unkontrolliert vermehrt oder nicht artgerecht gehalten. Käfig- oder Stallhaltung sind Tierquälerei, Leute!
Das kann ich euch versichern.

Auch die ahnungslose Kundschaft die sich in einem Zoogeschäft Nager kaufen möchte, wird oft übers Ohr gehauen, indem ihnen ein Pärchen verkauft wird, weil man dort absolut keine Ahnung von Geschlechtsbestimmung hat.

Deshalb passt bitte, bitte auf, wenn ihr euch Kaninchen, Schweinchen & Co. anschafft.
Am besten lasst ihr euch wirklich im Tierheim beraten. Hier geht es nicht um verkaufen, sondern im Gegenteil. Hier geht es darum, dass die possierlichen Hoppelchen artgerecht gehalten werden und Freude am Leben haben.
Ein wichtiges Kapitel, wie ich auch gelernt habe und es euch weiter geben möchte.

Und last but not least: meine Spezies.

Auch viele Hunde stehen auf unserer Warteliste. Leider, leider!

Vor allem erwachsene Rüden warten auf eine Chance, neue Besitzer zu finden. Traurig finde ich, daß wir Tiere schnell angeschafft werden um dann, wenn auch nur die geringste Lebensveränderung der Besitzer eintritt, wieder abgeschoben werden.
Im besten Fall nimmt sich jemand unser an oder wir kommen ins Tierheim. Im schlimmsten Fall werden wir einfach ausgesetzt.
Ich selbst hatte Glück hierher zu kommen wie viele andere Tiere auch.
Und deshalb möchte ich mich nun im Namen aller Tierheimtiere bedanken.

DANKE sagen denen, die uns LEBEN helfen:
– Meinen Tierheimleuten
– Den Pflegestellen für Hunde
– Den Gassigängern
– Der Hundeschule- Truppe
– Den Pflegestellen für Katzen, die oft die Kleinsten, Schwächsten, Alten, Kranken und sogar ganze Katzenfamilien bei sich aufnehmen
– Denen, die bei Wind und Wetter Kastrationsaktionen bei Wildlingen durchführen und manchmal noch Futterstellen einrichten.
– Denen, die auch Besitzertiere zum Kastrieren fahren, dabei überall Aufklärungsarbeit leisten und doch so oft gegen Windmühlen ankämpfen, sich aber nicht entmutigen lassen um der Tiere Willen.
– Mitgliedern und Paten
– Allen ehrenamtlichen Helfern
– Spendern und Gönnern des Tierheimes
– Den Flohmarktfrauen, besonders Elisabeth, die schon über Jahre harte Arbeit leistet.
– Den Menschen, die eine Tierheim- Insassen adoptiert haben
– Den Menschen, die ohne viel Aufhebens ein herrenloses Tier bei sich aufnehmen
– Den Menschen, die behinderten und alten Tieren einen liebevollen Dauerpflegeplatz schenken

DANKE!!!!!!

Ohne EUCH wäre Tierschutz in Mayen nicht möglich. Ohne euch wäre die Welt ärmer!

Wie ihr merkt bin ich zum Jahresschluss 2011 ein bisschen in mich gekehrt. Und das ist auch gut so.
Ich durfte in diesem Jahr soviel Glück erfahren.
Soviel Liebe.
Soviel nie erhoffte Zuwendungen, nach einem Leben voller Trostlosigkeit.

Ich durfte durch das Engagement meiner Freunde aus dem Tierheim ANAA in Madrid nach Deutschland, nach Mayen kommen.
Ich durfte meinen Mentor Onkel Kim kennen und lieben lernen.
Ich durfte ein neues Leben (er)leben.

Für all das bin ich unendlich demütig dankbar!
Und weil ich allen Grund dazu habe, möchte und muss ich Stimme sein für die Tiere die in Not sind.

Viele wissen wie tollpatschig ich den Menschen vorkomme.
Und das mache ich ganz bewusst, weil ich euch Freude machen möchte, weil ich euch becircen möchte.
Zum Einen weil ich immer darauf hoffe einen Happen zu ergattern, zum Anderen um meine mir auferlegte Mission zu erfüllen nie müde zu werden um euch Menschen zum Tierschutz zu bewegen.

Und ich hoffe, dass ich euch dazu beflügeln kann.
Glaubt mir, es lohnt sich!

So werde ich nun das Jahr 2011 mit frohem Herzen verabschieden.
Die Aufgaben für 2012 hier im Tierheim sind mannigfaltig, doch ich weiss, dass IHR mit uns seid.

Einen guten Rutschflutsch ins neue Jahr, wünschen euch von ganzem Hundeherzen
euer Wulli und vor allem der weltbeste Onkel Kim!

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