Heiliger Abend 2011


„Jetzt ist es still geworden im Tierheim, Wulli“

„Ja, Onkel Kim. Irgendwie komisch. Ich habe eine solche Stille noch niemals in meinem Leben erlebt. Was ist das?“

„Es ist der Heilige Abend, Wulli. Der höchste Feiertag für die christliche Menschheit und ich weiss, dass es auch ein ganz besonderer Tag für uns Tiere ist. Ich hatte dir doch schon von Jesus erzählt, bzw. dem Christuskind.“

„Ja, ist ja erst ein paar Tage her. Ich hab bisher aber leider noch keine Zeit gehabt in der Bibel nach zu lesen was es mit ihm auf sich hat.“

„Ist jetzt ja egal, Wulli. Heute hat dieses Christuskind Geburtstag. Und da wird natürlich gefeiert. Die Menschen haben aus diesem Ereignis ein konsumorientiertes Fest werden lassen und nur wenige lassen Stille in ihr Herz. Aber das möchte ich heute hier nicht vertiefen. Es wäre um die Stimmung zu schade.

Ich lade dich ein Wulli, mit mir still zu werden um Einzigartigkeit dieses Heiligen Abends, der Heiligen Nacht, bis tief in die Seele zu empfinden und zu spüren.
Schau in den dunklen Himmel, höre die Stille und lass uns ein paar Minuten schweigen.“


“ *räusper*… Onkel Kim? „

“ *lächel“*, ja so ist die Jugend. Fünf Minuten absolute Stille und schon wirds langweilig.“

„Ist nicht wahr, Onkel Kim. Du hast ja bloß von „ein paar Minuten“ gesprochen und die sind doch nach fünf Minuten rum, oder? Aber ich glaube ich weiss was du meinst, mit der „Stille spüren“. Es tut gut. Der Himmel scheint so weit und sanft.
Es tut gut!“

„Eben bin ich noch einmal zu all meinen Freunden gegangen, die im Moment hier im Tierheim sein müssen. Sie waren ganz aufgeregt und wussten gar nicht warum. Eigentlich wäre alles wie immer, sagten sie, und doch anders.
Ich hab ihnen, genau wie dir jetzt, von der Besonderheit dieses Tages erzählt, vom Jesuskind und von der Zuversicht die auch sie haben dürfen, irgendwann von lieben Menschen übernommen zu werden.

Das Jesuskind hat die Hoffnung und die Zuversicht ins Leben gebracht und deshalb darf man niemals aufgeben.“


„Das hast du aber schön gesagt. Wieso weisst du das?“

„Weil ich es erleben durfte. Als mein Herrchen damals starb und ich als „böse“ galt und niemand sich an mich heran wagte, ahnte ich, dass man wahrscheinlich mit mir kurzen Prozess machen würde, falls ich auch nur einmal zuschnappen würde.
Doch dann kam ich hier her. Ins Tierheim.
Und das war mein Glück.
Meine Hoffnung und Zuversicht und mein Glaube an das was über uns steht, hat mir mein Leben gerettet.
Wahrscheinlich waren wieder die Engel im Spiel, die uns alle überall begleiten.“

„Schau mal, Onkel Kim. Da oben sind viele, viele winzig kleine, aber strahlend helle Sterne. Sie scheinen uns zu zu zwinkern. Wie schööön!“

„Wahrscheinlich sind es all unsere Freundinnen und Freunde die diese Welt schon verlassen haben. Sie sind ja nicht tot, sondern leben in einer anderen Sphäre weiter.“

„Das versteh ich nicht.“

„Dann mal folgendes Beispiel, Wulli. Stell dir eine große, leere Vase vor.“

„O.k.“

„In dieser Vase ist bekanntlich ja Luft.“

„Ja.“

„Und aussen um die Vase herum ist ja auch überall Luft. Im Prinzip die gleiche wie sie auch innen ist.“

„Ja.“

„So, und nun geht auf einmal die Vase kaputt und die Scherben liegen am Boden.“

„Und?“

„Die Vase ist kaputt und die Luft die darin war, ist die deshalb verschwunden?“

„Nöö. Die ist ja nicht kaputt, sondern die ist doch einfach nur aus der Vase heraus und hat sich mit der Luft die aussen war vereint.“

„Bist ein kluger Kerl, Wulli. Genau so ist das. Und so ist das auch mit den Lebewesen, egal ob Mensch oder Tier. Wenn das Herz aufhört zu schlagen, dann ist das Wesen zwar körperlich tot, aber das was an Seele in ihm ist, das tritt aus diesem „kaputten'“ Leib heraus und vereint sich mit dem Universum.“

„Das heisst, dass kein Lebewesen das gestorben ist wirklich tot ist?“

„Ja, Wulli. Ist das nicht wunderbar?“

„Ich glaube ich muss ein bisschen weinen.“

„Nein, Wulli. Und wenn du doch weinen musst, dann lass es kleine Freudentränen sein. Denn die Gewissheit IMMER leben zu dürfen, wenn auch anders, nach dem körperlichen Tod, das ist doch wundervoll!“

„Jetzt verstehe ich auch was Marianne, die Pflegemama von Galva und Franzi Ruth zu Weihnachten geschrieben hat.
Und zwar folgendes: – Lebe dein Leben als Geschenk und lass es durch dich anderen Wesen zum Geschenk werden, egal ob Mensch oder Tier. Tue das in der freudigen Hoffnung auf das, was dich erwartet.
So lass deine Zuversicht deine Tränen trocknen, denn kann etwas mehr Zuversicht schenken als dieser Gedanke!?

Womit Marianne sicher die Luft der zerbrochenen Vase meinte, die trotzdem noch Luft ist, obwohl ihr „Körper“ in Scherben vor ihr lag.“

„*lächel*, ja Wulli, das meinte sie bestimmt damit. Und weisst du was: jetzt werden wir ganz intensiv in den dunklen Himmel schauen und in jedem Stern einen unserer lieben Freunde sehen, die uns verlassen haben und die uns nun von dort oben zublinzeln.
Erinnern wir uns an:

Jule + 14.11.2011

Muska + 02.11.2011

Johnny und Pauline + 25.08.2011 und 15.09.2011

Scally + 20.08.2011

Snoopy + 11.08.2011

Justus +10.8.2011

Alfi, Mariannes Seelenfreund + Mai 2011

Sanni + 27.01.2011

Carina + 14.01.2011

Euch allen ihr da oben, euch allen hier auf Erden rufen wir zu „Frohe und gesegnete Weihnachten“

„Frohe Weihnachten schluchze auch ich euch zu. Egal wo ihr seid und was ihr tut. Frohe Weihnachten!
Oh, was ist das denn da, Onkel Kim. Schau mal dieser Stern da oben. Er ist strahlender und heller als alle anderen.
Ist der schön! Er ist als ob er nur für uns strahlt. Wie ein kleines Wunder!“

„Ja Wulli. Es IST ein besonderer Stern. Auch im letzten Jahr in der Heiligen Nacht erschien er mir und als seine Strahlen meine Seele berührten hörte ich ganz klar eine engelsgleiche Stimme, die mich weinen ließ und zugleich unsagbar glücklich machte!“

Die zarte Stimme streichelte mich, meine Seele, mein Herz uns flüsterte:
Frohe Weihnachten, mein allerbester Freund! Ich bin immer bei dir. Deine Emma.“

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