Marlies jetzt Melly – eine wundervolle Omi, die unvergessen bleibt!


Melly ist leider nicht mehr unter uns, sondern darf losgelöst von ihren Schmerzen weiterleben – in unseren Herzen, in unserer Erinnerungen. Sie hat uns allen zauberhafte Momente geschenkt. Ein Nachruf ihrer Pflegefamilie können Sie weiter unten im Beitrag lesen. Wir danken Familie S. für die aufopferungsvolle Pflege, für ihre Liebe und Geborgenheit, die sie Melly immer und zu jeder Zeit schenkten und einfach dafür, dass sie für sie da waren.

Wir danken Marlies Paten:
Fr. Weppler aus Pillig,
Hr. Volarik aus Cochem,
Magnus Hardt aus Mayen


Rasse: Europäisch Kurzhaar
Geschlecht: weiblich/kastriert?
Alter: 15+
geeignet als: Freigänger/Wohnungskatze
Im Tierheim seit: 04.10.16

Beschreibung

23.06.17:
Liebe Melly,
es ist jetzt fast 2 Wochen her, seit du von uns gegangen bist. Unser Jüngster fragt mich immer noch, wann du wieder kommst. Wenn ich ihm dann erkläre, dass du jetzt bei den Engeln bist, schaut er mich nur groß an. Es ist ja selbst für Erwachsene schwer zu verstehen. Meine Melly, die Zeit mit dir war nicht sehr lang, aber du hast unser aller Leben bereichert. Mein Herz wird warm, wenn ich an die vielen Winterabende denke, an denen du wohlig vor dem Kaminofen lagst und deine alten Glieder hast durchwärmen lassen. Es war auch immer sehr schön, wenn du zu mir auf den Schoß kamst und ganz sanft um Streicheleinheiten erbeten hast. Wir haben dich alle ins Herz geschlossen, und da wirst du auch für immer bleiben. Melly, die Sanduhr deines Lebens war abgelaufen und so mussten wir dich gehen lassen. Es fiel uns nicht leicht. Die letzten Tage waren für dich sehr anstrengend. Aber als kleine Kämperin hast du dir fast nichts anmerken lassen. Der Gedanke, dass du jetzt nicht mehr kämpfen must und es dir endlich gut geht, dort, wo du jetzt bist, tröstet ein wenig.
Melly, du gute Seele, lebe wohl, wir werden dich nicht vergessen.
Familie S. im Juni 2017

11.03.17:

Hallo Frau Wagner,
der Frühling kommt und auch bei unserer alten Katzendame Melly kommen Frühlingsgefühle auf. Melly steht seit einigen Tagen vor der Terassentür und möchte unbedingt raus. Sie bekundet dieses lautstark und kratzt auch vorsichtig an der Scheibe. Da wir heute draußen gegrillt haben und die ganze Familie inkl. unserem Kater Rocky draußen waren, tat uns Melly sehr leid, die alleine drinnen saß und auch so gerne raus wollte. Also haben wir sie auch raus gelassen und ein wenig auf sie aufgepasst, damit sie nicht wegläuft. Melly fand es echt toll wieder draußen in der Sonne im Gras zu stöbern und durch den Garten zu stapfen. Sie hat hier und da an einem Grashalm geknabbert und den Garten eingehend untersucht. Später kam sie zu mir auf den Schoß und ließ sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Als wir danach wieder reingingen, hat sie erstmal ausgiebig in ihrem Körbchen geschlafen. Tja, so eine Frischluft-Kur macht halt müde…
Anbei noch ein paar Fotos :-)
Liebe Grüße
Frauke S.

 

30.01.17:

Wie Marlies bzw. Melly  zu uns kam…
Ich glaube es war im Oktober, als ich in der Zeitung den Artikel über „Die Zeit der armen alten Katzen“ las. Es bedrückte mich sehr, von den vielen traurigen Schicksalen zu lesen und da wir selbst mal eine Katze hatten, die stattliche 19 Jahre alt wurde, wussten wir, dass eine solche alte Katze eigentlich gar nicht besonders auffällt, da sie viel schläft und ansonsten auch sehr ruhig ist.
Ich beschloss, dass wir eine alte Katze aufnehmen könnten, da in unserem Haus genug Platz für ein zweites Tier war. Wir hatten zu der Zeit den 1 ½ jährigen BKH Kater Balou, der aber ein freundliches und gelassenes Gemüt hatte. Als ich die Angelegenheit mit meinem Mann besprochen hatte und er auch einverstanden war, kontaktierte ich das Tierheim. Dort stellte man mir Marlies vor, die schon sehr alt war und eigentlich nur noch aus Haut und Knochen bestand. Sie war wirklich in einem erbärmlichen Zustand und hatte wohl schon mehrere Wochen oder Monate alleine draußen auf der Straße gelebt. Sie wurde auf einem Parkplatz in Polch gefunden und erstmal beim Tierarzt abgegeben, da sie extrem unterernährt war. Nach einigen Tagen beim Tierarzt, wo sie u.a. mit Infusionen wieder aufgepäppelt wurde, kam Marlies ins Tierheim. Für eine alte Katze wie Marlies bedeutete der Aufenthalt im Tierheim zwar ein Dach über dem Kopf und regelmäßig Futter im Napf aber auch viel Stress. So nahm ich Melly, wie wir sie liebevoll umtauften, mit einem Pflegevertrag mit zu uns nach Hause. Unsere 3 Kinder schlossen sie sofort in ihr Herz und freuten sich sehr über den Familienzuwachs.
Man merkte sofort, dass es Melly nicht gut ging und in ihrer Verzweiflung pinkelte sie erstmal auf unseren Teppich. Auch von unserem Kater Balou war sie nur wenig begeistert und knurrte ihn anfangs ziemlich grimmig an. Das legte sich aber sehr schnell, als sie merkte, dass Balou ruhig blieb und sich gar nicht so sehr für sie interessierte. Schon nach kurzer Zeit hatten die beiden sich angefreundet. Wenn Balou von seinem Rundgang draußen wieder rein kam, ging er zu Melly, begrüßte sie Nase an Nase und trottete weiter Richtung Futternapf. Melly wurde zunehmend entspannter, benutzte nun auch regelmäßig das Katzenklo und lebte sich gut ein.
Leider hatte Melly ziemlichen Durchfall, trank wie ein Loch und nahm nicht zu. Wir ließen eine Blutuntersuchung bei der Tierärztin machen und es kam heraus, dass Mellys Bauchspeicheldrüse nicht mehr arbeitete, da sie wohl schon öfters eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hatte. Auch stellte man eine beginnende Niereninsuffizienz fest. Das bedeutete: ab sofort Medikamente ins Futter geben, damit die Beschwerden gemildert werden konnten. Dies taten wir dann auch und Melly fraß gut und nahm auch etwas zu. Das anfangs stumpfe Fell wurde glänzend und sie blühte richtig auf. Wir hatten zwei wunderbare Katzen, die uns viel Freude bereiteten. Es war fast zu schön um wahr zu sein…
Doch dann passierte das Unfassbare: Balou kam Ende November nicht mehr nach Hause zurück. Trotz einer wochenlangen intensiven Suche bei Nachbarn in Nah und Fern, mit Suchplakaten, Zeitungsanzeigen, im Internet und bei Tasso blieb Balou wie vom Erdboden verschluckt. Niemand hatte ihn gesehen. Normalerweise hielt er sich immer in der Nähe vom Haus auf und ging mehrfach täglich ein und aus. Da er ein wunderschöner blaugrauer BKH-Rassekater war und sehr zutraulich, vermuten wir, dass ihn evtl. jemand als günstiges Weihnachtsgeschenk mitgenommen hat.
Etwa einen Tag später, als Melly merkte, dass Balou nicht wiederkam, begann sie zu trauern. Sie verkroch sich im Katzenklo und blieb dort Tag ein Tag aus sitzen. Sie fraß kaum noch und wir machten uns echte Sorgen um sie, da dieser Zustand wochenlang anhielt. Auch unsere Kinder waren sehr traurig und verstanden nicht, warum der geliebte Freund nicht wiederkehrte. Es war eine tränenreiche Zeit.
Daher beschlossen wir nach langem Überlegen einen neuen Kater aufzunehmen… Rocky ist ein ganz normaler grau getigerter Hauskater, der ursprünglich von einem Bauernhof stammt und den vor uns eine junge Frau hatte, die sich mit ihm einfach übernommen hatte. Sie hatte sich den Kater in ihre kleine Wohnung in einem großen Wohnblock geholt ohne Möglichkeit ihn raus zu lassen. Nun kam er ins Flegelalter und die Wohnung war eindeutig zu klein für seinen Bewegungsdrang. Rocky war etwa 9 Monate alt und strotzte vor Kraft und Energie. Nun kam wieder Leben in unser Haus. Rocky war sehr verspielt und „beglückte“ auch Melly mit seinen Eskapaden, die aber gar nicht so begeistert davon war. Sie knurrte ihn an und fauchte auch öfters mal. Rocky schaute dann nur verdattert und wunderte sich, kümmerte sich aber nicht weiter um Mellys Launenhaftigkeit und spielte einfach weiter.
Aber Melly begann wieder aufzuleben. Sie fraß auf einmal wieder und verkroch sich nicht mehr im Katzenklo, sondern lag demonstrativ auf dem Teppich oder in ihrem Körbchen. Als Rocky einen halben Tag zum Kastrieren weg war, suchte sie sogar nach ihm. Nun begann sie auch endlich stetig zuzunehmen (Futterneid macht´s möglich) und ein richtig flauschiges, glänzendes Fell zu bekommen. Es ist kein Vergleich mehr zu der alten mageren und struppigen Katze, die wir vor ein paar Monaten aufgenommen hatten. Sie wird auch immer gelassener mit Rocky und freundet sich immer mehr mit ihm an. Geknurrt und gefaucht wird nur noch in Ausnahmesituationen, wenn Rocky es mal wieder übertreibt und Melly als übergroße schwarze Maus herhalten muss. Wenn er in etwa zwei Wochen endlich raus darf und sich draußen austoben kann, wird auch er ruhiger werden und muss Melly nicht mehr so oft bespielen.
Melly liebt es vor dem warmen Kaminofen zu liegen und sich die alten Glieder wärmen zu lassen. Erst kurz bevor sie „komplett durchgegart“ ist, rückt sie mal einen Meter weiter. Wenn Rocky in die Küche geht um etwas zu fressen, läuft sie sofort hinterher um ja nicht zu kurz zu kommen. Ich habe das Gefühl, sie frisst das Doppelte von dem was unser junger Kater zu sich nimmt. Sollte ihr Fressnapf mal leer sein, beschwert sie sich lautstark. Wir müssen sehr aufpassen, dass sie nicht auch noch Rocky´s Futternapf leert und sich überfuttert. Manchmal sieht sie aus wie ein dicker schwarzer Bauch auf 4 Beinen. Abends kommt sie zu uns aufs Sofa und fordert ganz zart ihre Streicheleinheiten ein. Da merkt man, dass sie schon richtig alt sein muss, denn sie muss sich richtig anstrengen um aufs Sofa hoch zu kommen. Wenn wir sehen, dass sie hoch möchte, heben wir sie auch öfters aufs Sofa. Dann hat sie es leichter. Tagsüber schläft sie viel in ihrem Körbchen, welches in der Sonne steht, und lässt sich nur ungerne dabei störten. Melly ist zwar manchmal etwas mürrisch, alles in allem aber eine recht unkomplizierte, liebe alte Katze, die uns trotz anfänglichen Schwierigkeiten viel Freude macht. Wir hoffen, dass sie uns noch einige Zeit erhalten bleibt.
Familie S. im Jan. 2017

31.10.17:

Marlies durfte in eine liebe Pflegefamilie umziehen.

04.10.16:

Die liebe Marlies wurde in Polch Lasportstraße/Ecke Grabenstraße aufgegriffen. Da sie sehr dünn ist, brachten die Finder sie zunächst zum Tierarzt. Dort konnte sie nach wenigen tagen entlassen werden und zog zu uns ins Tierheim.

Marlies ist eine ganz anhängliche, schon ältere Katzenseniorin, die am liebsten wieder bei Frauchen oder Herrchen auf dem Schoß liegen würde. Damit sie wieder zunimmt, bekommt sie mehrmals täglich kleine Portionen Futter angeboten, denn sie ist wirklich nur noch Haut und Knochen.

 

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