Bobby – unvergessen


Fast 1 Jahr durfte Bobby nochmal erfahren, was es heißt, geliebt zu werden, nachdem seine Besitzer ihn so herzlos und todkrank in ein Tierheim abschoben. Familie G. hat sich in diesem Jahr so liebevoll um den Hundesenior gekümmert, dass wir aus tiefstem Herzen mitfühlen und Danke sagen möchten, für die unzähligen Stunden, Tage, Wochen, Monate der aufopferungsvollen Pflege! Danke Familie G., dass Sie Bobby bei sich aufnahmen und alles dafür taten, dass er keine Schmerzen mehr hatte und von ganzem Herzen geliebt wurde.

Wir danken Bobbys Paten:
Fr. Denzer aus Remagen,
Fr. Ihrlich aus Mülheim-Kärlich,
Fr. Hillesheim aus Mayen,
Fr. Rüffer aus Ettringen

Rasse: American Cocker-Spaniel
Geschlecht: männlich/kastriert
Alter: geb. 13.11.2002
Schulterhöhe: ca. 40 cm
Im Tierheim seit: 28.08.16

Beschreibung

06.10.17:
Nachruf an Bobby (Ein langer Nachruf, denn ein kurzer wäre ihm nicht gerecht geworden)
Unser kleiner Bobby hat uns verlassen müssen und doch bleibt er immer in unseren Herzen und in unserer Erinnerung.

Viel zu kurz war seine Zeit bei uns.

Wir erinnern uns noch gut an den Sonntag an dem unser Bobby zu uns kam. Er wurde uns von seinem ehemaligen Besitzer als kerngesunder, lebhafter und spielfreudiger Hund beschrieben und übergeben. Leider bemerkten wir bald, dass dem nicht so war. Schon auf der Heimfahrt hechelte unser kleiner Kerl sehr stark, obwohl es nicht sonderlich warm war an diesem Wochenende und unsere Klimaanlage lief. Zu Hause angekommen bemerkten wir bei genauerem Hinsehen, wie vernachlässigt dieser kleine Opi war. Sein linkes Auge war stark entzündet und vergrößert, beide Ohren vereitert, die Zähne in einem schrecklichen Zustand, die Krallen rund gewachsen unter dem langen Fell und zwischen den Ballen verklebtes Fell hart wie Stein. Der restliche Körper war unter seinem Fell übersät mit entzündeten und nässenden Warzen. Er hechelte also nicht vor Wärme sondern vor Schmerzen. Ein Schmerzmittel beruhigte ihn an dem Tag etwas und auch die Ohren konnten wir versorgen. Und all das ließ er sich von uns Fremden geduldig gefallen. Gleich am nächsten Tag suchten wir die Tierärztin auf, die unserem Bobby eine zweite Chance gab und seine schlimmsten Erkrankungen erst mal versorgen konnte. Dabei wurden neben einem starken Wurmbefall auch Flöhe festgestellt, welche unsere Waschmaschine noch eine ganze Weile beschäftigten sollten. Ein paar Wochen später, war Bobby soweit stabil, dass man ihm das entzündlich vergrößerte Auge mit erhöhtem Augeninnendruck und Grünem Star in der Tierklinik entfernen konnte. So eine starke Veränderung am Auge entwickelt sich über einen längeren Zeitraum hinweg, also muss er schon seit geraumer Zeit starke Schmerzen gehabt haben. Außerdem mussten einige Zähne entfernt und die Übrigen vom Zahnstein befreit werden. Und obwohl es doch für den kleinen Bobby in seinem Alter ein sehr großer Eingriff war, begann er danach nochmal richtig aufzuleben.
Anfangs war der kleine Kerl noch sehr zurückhaltend, fast scheu und auch unsere Nähe suchte er nicht. Er hasste es auf den Schoß genommen zu werden und Streicheln bedeutete ihm nichts. Nach und nach blühte er jedoch auf und akzeptierte uns als seine neue Familie. Er entdeckte seinen Garten, sein Stück Wald, seine neue Familie und von Tag zu Tag ging es ihm besser. Irgendwann stellten wir fest, dass sein kleines Stummelschwänzchen sogar wedeln konnte und es folgten erste Begrüßungen an der Tür. Dann begann er im Haus nach uns zu suchen, ging alleine die Treppen rauf und runter und folgte uns überall hin. Auf Handzeichen blieb er aber in der Tür stehen und begriff schnell, dass das Badezimmer unser Raum ist. Auch im Garten half er uns beim Unkraut entfernen; er pinkelte den Rasen einfach weg. Denn wo Bobby pinkelte wuchs nichts mehr! Auch seinen Spieltrieb entdeckte er wieder. Er spielte mit uns nachlaufen und bellte dabei auch manchmal sein heiseres Bellen. Er spielte Suchspiele und auch mit einem kleinen Bällchen konnte er sich anfreunden. Der kleine Mann hatte unglaublich viel Charme. Alle mochten ihn, die Nachbarn, Freunde, meine Patienten und auch die Tierärzte. Er blieb zwar etwas zurückhaltend, aber war dennoch zu allen Menschen freundlich.
Er wurde von uns oft liebevoll Graf Bobby genannt, weil er so eigen war. Denn er wollte nicht auf den weichen Polstern liegen, auch nicht im Garten. Immer lag er auf den Dielen oder den Fliesen. Aber er mochte es an kühlen Tagen und Abenden, wenn wir ihn zudeckten. Dann lag er ganz ruhig und entspannt. Außerdem liebte er es jeden Tag ausgiebig gebürstet zu werden.
Cocker sind nun mal verfressen und auch Bobby machte diesem Ruf alle Ehre, indem er uns alle nacheinander mal in die Hand biss, wenn wir seinem Napf zu nahe kamen. Nicht sehr fest, aber als Warnung ausreichend. Er begriff jedoch schnell, dass wir dann immer etwas hineinlegten und gewöhnte sich daran. Auch im Garten forderte er an unserem Himbeerstrauch immer seine Himbeeren ein. Und auch klauen konnte er. Aber Brötchentüten stellt man ja auch nicht mal kurz auf den Boden, denn das nahm Bobby als Erlaubnis diese zu zerreißen und ein Brötchen zu ergattern. Er war ein wirklich schlauer kleiner Kerl. Leider mussten wir feststellen dass er nichts mehr hören konnte. Es gelang uns, ihm noch einige Handzeichen zu vermitteln; und auch über die Nase mit Holzlernspielen mochte er sich beschäftigen. Seine kleine Runde im Wald kannte er bald und lief brav und aufmerksam hinter uns her. Wir suchten einsame Waldwege, denn Graf Bobby hatte wohl nie gelernt an der Leine zu gehen. Er blieb dann stocksteif stehen und rührte sich nicht mehr von der Stelle. Mit viel Geduld gelang es uns dann aber doch, dass er bei hängender Leine mitlief. Aber am liebsten folgte er uns treu in seinem tapsigen Gang ohne Leine. Außerdem verjagte er jeden Artgenossen mit Gebell. Der Bordercollie einer Freundin flüchtete vor ihm und auch Katzen mieden unseren Garten. Nur die Vögelchen am Teich durften in Ruhe baden und trinken.
Was blieb waren leider immer wiederkehrende Darmentzündungen. Das Resultat jahrelanger schlechter Ernährung. Mit selbstgekochtem und Spezialfutter konnten wir das jedoch ganz gut in den Griff bekommen. Wenn Bobby hechelte hatte er Schmerzen. Und wieder war eine Zahnentfernung nötig. Er erholte sich jedoch schnell. Leider zeigte da schon die Blutuntersuchung sehr schlechte Werte und auch die Röntgenbilder waren nicht gut. Alles in allem ein durch schlechte Haltung und Vernachlässigung viel zu früh gealterter Hund. Sein ehemaliger Besitzer hat sich leider nie wieder nach ihm erkundigt. Es macht uns sehr traurig, dass es immer noch Menschen gibt, die ihre Tiere einfach so weggeben.
Wir wussten, dass das nicht mehr lange gutgehen würde und gaben ihm alles, was diese Werte stabil halten sollte und ihm seine Lebensqualität erhielt. Es war noch eine schöne, aber auch schwierige letzte Zeit mit ihm. Er kämpfte, konnte schwerer aufstehen, schaffte es oft nicht bis nach draußen. Er lief nicht mehr überall hin mit, aber er folgte uns unentwegt mit seinem einen dunklen Auge. Wir legten die Küche mit Filz aus, damit er besser aufstehen konnte und er spielte wieder Nachlaufen um den Kamin. Wir wussten nicht, dass es das letzte Mal sein würde. Er wollte nur noch aus der Hand gefüttert werden und erschien uns etwas verwirrt. Aber er lief beim Spaziergang brav mit. An den letzten zwei Abenden ging er noch mit an die Mosel. An der Leine, ganz vorbildlich. Im Garten lag er nun auf und nicht mehr neben seiner Decke. Und nachts lag er auf seinem Bettchen, zugedeckt, ganz ruhig. Auch auf unserem Schoß lag er nun entspannt und auch lange. Er verabschiedete sich. Wir ahnten es. Und es ging ganz schnell. Er war ganz verwirrt, merkte nichts mehr. Es tat ihm nichts weh.
Unsere Tierärztin kam sofort und erlöste ihn. Er war nicht allein. Alles war gut. Für ihn.
Wir lieben dich kleiner Bobby und werden dich nie vergessen.
Und wieder einmal erkennen wir. Wir können den Tieren niemals so viel geben, wie sie uns zurückgeben. Danke kleiner tapferer Bobby.
Und ein besonders herzliches Danke an das Tierheim Mayen, an alle Paten, Spender und an unsere Tierärzte. Mit ihrer Hilfe konnten wir Bobby ein behütetes und geliebtes letztes Jahr schenken.
Familie Gerth

22.09.2017:
Liebes Tierheimteam,

nur eine kurze traurige Mitteilung. Bobby musste heute ganz plötzlich eingeschläfert werden. Die Lebergifte haben wahrscheinlich das Gehirn angegriffen und er war von jetzt auf gleich völlig orientierungslos und verwirrt und krampfte. Ich konnte ihm noch Novalgin spritzen zur Entkrampfung und die Tierärztin sofort aufsuchen. Er war ganz schnell erlöst. Wir werden ihn sehr vermissen.

24.09.16:
Am 23.09. wurde Bobby in der Tierklinik Trier operiert. Aufgrund seines schwachen Herzens wusste man nicht genau, wie er die OP verkraften würde, aber es ist zum Glück alles gut gegangen!!! Er ist so ein tapferer, kleiner, alter Hund!!!

Hier eine erste Nachricht aus seiner Pflegefamilie:

Bobby hat alles gut überstanden. Gestern Abend konnten wir ihn abholen. Das Auge ist weg und zwei Zähne mussten auch raus.

Das Herz hat alles mitgemacht und beim Herzultraschall haben sie auch auf die Organe geschaut. Kein Tumor war zu finden, der alte Herr hat jetzt eine gute Chance schmerzfrei seinen Lebensabend zu verbringen.

Die letzte Nacht war schlaflos, wegen des Halskragens hat er keine Ruhe gefunden. Aber jetzt hat er sich daran gewöhnt und ist damit heute schon im Garten herumgelaufen.

Ich werde gleich morgen ein paar Fotos hochladen und Ihnen schicken. Versprochen. Ich gehe jetzt gleich ins Bett und versuche Schlaf nachzuholen.

19.09.16:

Bobby ist mittlerweile in eine Pflegestelle gezogen, da seine Vorbesitzer ins Ausland abwanderten.
bobby2Zurückgelassen haben sie nicht nur einen trauernden, sondern auch einen kranken Hund. Bobby hatte bei Ankunft im Tierheim eine heftige, eitrige Ohrenentzündung, bereits in die Ballen eingewachsene Krallen, Würmer, Flöhe, mehrere veränderte Knoten, ein verändertes Herz, entzündete Zähne und am schlimmsten ein erhöhter Augeninnendruck des linken Auges, was ihm heftige Schmerzen bereitete und noch bereitet.

Frau G. nahm Bobby dennoch in ihre Familie auf – einen vernachlässigten, alten Cocker-Spaniel, der so gut wie keine Chancen auf eine Vermittlung gehabt hätte. Dafür möchten wir ihr von ganzem Herzen danken!!!! Es ist nicht selbstversändlich „ja“ zu sagen bei einem alten, kranken Hund, doch Familie G. steht mit voller Eifer und ganzem Herz dahinter und schon jetzt möchten sie Bobby in ihrer Familie nicht missen.

Nun gilt es, alles Mögliche zu tun, um Bobby die letzten Jahre seines Lebens so angenehm wie möglich zu gestalten.
Er wird in absehbarer Zeit operiert werden müssen und sein Auge entfernt bekommen. Zeitgleich wird eine Zahnsanierung von Nöten sein, da die hinteren Backenzähne von Zahnstein komplett bedeckt sind.

Nun suchen wir Paten für Bobby, die uns bei der Deckung der Tierarztkosten unter die Arme greifen.

Es wird in den nächsten Wochen Einiges an Tierarztrechnungen auf uns zukommen, was wir, als kleines Tierheim, nicht immer und sofort stemmen können. Aber wir geben uns die größte Mühe, um Bobby zu helfen.

Juli 2016:
Bobi wird sein Zuhause verlieren, da seine Familie ins Ausland ziehen wird und Bobi dorthin nicht mitnehmen kann.

Der Cocker-Senior ist absolut lieb und sollte auf seine alten Tage noch einmal das Leben in vollen Zügen in einer Familie genießen dürfen. Dies möchten wir ihm so gerne ermöglichen und suchen nun einen Endplatz oder eine vorübergehende Pflegestelle für ihn, damit er nicht zu uns ins Tierheim ziehen muss.

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