Das ist für Mathilda, das wunderbare Mathildchen, was nicht länger leben durfte <3


Mathilda war eine Streunerkatze, die alleine gelassen wurde – bis auf einen Menschen, der sie wahrnahm und ihr einen elendigen Tod ersparte!

Mathilda ist tot. Sie ist über Nacht einfach eingeschlafen, weil sie am Ende ihrer Kräfte war…

regenbogenAm Mittwoch rief ein junger Mann an, der auf einer Straßenbaustelle zwischen Mayen-Hausen und Ochtendung arbeitete. Er sagte, er habe eine Katze im schlimmen Allgemeinzustand gesehen, die auf der Straße dort umherliefe. Kurze Zeit später, als wir losfahren wollten, konnte er sie nicht mehr ausfindig machen. Wir baten ihn, uns direkt zu informieren, wenn er die Katze noch einmal sieht, da er dort den ganzen Tag auf der Baustelle verbrachte. So rief er uns Donnerstagmittag direkt an, als er die Katze wieder am Straßenrand entlanglaufen sah. Er wollte sie bereits selbst fangen, doch sie ließ sich nicht fassen.

Wir fuhren mit Box und Netzen los und haben Mathildchen fast selbst überfahren, weil sie direkt auf der Straße lief. Wir hielten sofort mit Warnblinker an, sprangen aus dem Auto und versuchten sie so schnell es ging zu fangen. Während LKWs und mehrere Autos an uns vorbeifuhren, ließ sie sich am Straßenrand nieder und wir konnten sie sicher mit einem Netz einfangen und in eine Box setzen. Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis ein Auto oder gar LKW sie überfahren hätte, da dort Tempo 100 war…und niemand bedeutend langsamer fuhr, auch als wir mit Warnblinker dort anhielten.

Mathildchen brachten wir zunächst in unserer Quarantäne unter. Sie hatte ein ganzes Zimmer für sich alleine und konnte sich dort erst einmal von dem Schock erholen. Sie hatte eine ziemliche Rotznase und war bis auf die Knochen abgemagert. Es war wirklich kein Gramm Fett an ihr dran. Wir versorgten sie zunächst mit kalorienreichem Futter, natürlich zunächst nur ganz, ganz wenig und in mehreren Abständen. Sie fraß es mehr oder weniger gut und ging immer wieder dran. Zusätzlich bekam sie Infusionen unter die Haut, damit sie wieder zu Kräften kam. Mathilda sah ganz, ganz schlecht aus und wir merkten schnell (da wir viele, viele Streunerkatzen versorgen, die abgemagert zu uns kommen), dass sie es wahrscheinlich nicht schaffen wird.

Wir saßen lange bei ihr, schmusten mit ihr, was sie sichtlich genoss und nachdem wir alle Tiere am späten Abend versorgt hatten, kuschelte sie sich in die Mulde des Kratzbaumes und schlief ruhig ein. Wir machten ihr, wie wir es jeden Abend tun, die Spieluhr an (ein Ritual, das alle unsere Tiere kennen) und hofften, dass sie die Nacht übersteht.

Doch Mathilda ist eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht. Für sie war es wahrscheinlich ein Segen, nicht mehr länger auf dieser Erde zu sein, so wie sie aussah. Sie ist nicht überfahren worden und ist nicht einsam gestorben, sondern wir konnten ihr noch ein wenig Zuwendung schenken, bevor sie ging.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz, ganz herzlich bei Herrn K. bedanken, der nicht, wie so viele Menschen, die diese Straße tagtäglich befahren, wegsah, sondern handelte und um Hilfe bat. Dank Ihnen durfte Mathilda noch eine Nacht im Warmen verbringen und streichelnde Hände genießen. Dank Ihnen ist Mathilda nicht eines grausamen Todes gestorben!

Wir wissen, wo Mathilda herkommt, da wir dort schon seit Jahren, wirklich etlichen Jahren immer wieder Fundkatzen aufnehmen. Meistens kleine, verschnupfte, magere Katzenkinder, die jedes Jahr und mehrmals im Jahr geboren werden. Es wird sich nicht gekümmert, es wird nicht kastriert und die Katzen, die dort aufwachsen, sterben meistens elendig. Vielen konnten wir helfen, aber einige Katzenkinder haben es auch bei uns nicht geschaff

Das ist das Leid der Streunerkatzen, die nicht gesehen werden, die ungewollt auf die Welt kommen und um die sich dann nicht mehr gekümmert wird.

Warum verschließen die Gemeinden die Augen davor??? Wir wissen es: Weil sie das Elend nicht tagtäglich miterleben müssen. Sie sehen nicht, wie elendig die Katzen sterben, sie sehen ihre Leiden und Qualen nicht, weil sie nicht dabei sind, wenn sie in die Tierheime kommen. Vielen können wir helfen, weil umsichtige Menschen sie zu uns bringen, doch für einige kommt jede Hilfe zu spät.

Mach’s gut Mathildchen! Wir hätten dir gerne noch ein schönes Zuhause gesucht, doch du konntest einfach nicht mehr und das akzeptieren wir!

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