Robert – unvergessen


Mach’s gut mein alter Freund…

Nun bist Du am Ende Deines Erdenlebens angekommen und ich versuche mir vorzustellen, dass Du da wo Du jetzt bist, gesund, fröhlich und voller Tatendrang über die Wiesen springst und auf Mäuschen lauerst!

Immer dann, wenn man ein lieb gewonnenes Wesen gehen lassen muss, sind es gerade diese Vorstellungen, die einem ein bisschen Mut machen und Kraft geben.

Ebenso ist es die Dankbarkeit, diese „grauen Eminenzen“, die in ihrem letzten Lebensabschnitt vergessen oder abgeschoben worden, den Rest des Weges begleiten zu können….auch wenn einen der Abschied jedes Mal mit voller Wucht erwischt….

Du warst liebenswert, verschmust und manchmal ganz schön tüddelig …ach…Du warst einfach „unser “ Robert

Wir danken Roberts Paten:
Familie Volarik aus Cochem


Rasse: Europäisch Kurzhaar
Geschlecht: männlich/kastriert
Alter: schon alt
geeignet als: Freigänger/Wohnungskatze
Im Tierheim seit: 08.10.15

Beschreibung

17.12.15
Hallo liebes Tierheim Team,

da ich ja nun schon eine ganze Weile hier wohne wird es Zeit, mich mal bei Euch zu melden.
Also mein Pflegefrauchen meint, das gehört sich so und jetzt in der Vorweihnachtszeit hat sie scheinbar endlich mal Zeit gefunden, über mich zu berichten.
Ich habe mich hier gut eingelebt, finde mich „blind“ zurecht und hab auch schon ein paar Gramm zugenommen. Also ich meine, das steht mir richtig gut….so sieht man endlich wieder, dass ich mal ein ganz schön stattlicher Kater war.
Frauchen meint, meine Hinterbeine wären auch schon stabiler und ich würde nicht mehr so „wackeln“ beim gehen.
Aber ehrlich gesagt, hab ich sowieso nicht mehr all zu viel Lust rumzulatschen, sondern schlafe lieber viel und ausgiebig ….und das endlich ohne Angst, dass das nächste Auto mein Tod sein könnte.
Als ich gut zwei Wochen hier war, hat meine Pflegetante allerdings gemeint, sie könnte mir hier in meinem neuen Reich noch so eine olle Katzenoma unterjubeln. So ne knochige Schwarze….steinalt, blind, taub und krank am Kreislauf oder so….und ruppig war die auch noch, wenn ich sie angerempelt habe.
Pustekuchen….ich hab die so lange gerempelt, rumgefaucht und schattengeboxt, mich nur noch unter dem Bett versteckt, bis Frauchen sich endlich nach fast drei Wochen um mich sorgte und die alte Lady ins Nachbarzimmer ausquartiert hat. Gut so! Bin ja hier nicht die Wohlfahrt oder so…
Seitdem ist Frieden in mein Leben eingekehrt und ich kann mich endlich entspannt überall rumräkeln …ohne Fressfeinde in der Nähe.
Apropos Fressen. Das mache ich für mein Leben gern. Denkste, dass ich dies und das nicht mehr kauen kann, nur weil mein Kiefer zahnfrei ist? Ich hab ja noch stabile Felgen, die sogar Trockenfutter und Rohfleisch zermahlen.
Heute hat Frauchen mich zur Fußpflege geschleppt. Ich hasse Autofahren und habe mich lauthals die komplette Fahrt beschwert….so hatte sie wenigstens ein schlechtes Gewissen.
Angeblich waren meine Krallen viel zu lang…. Ich glaube ja eher, dass es die Bodenbeläge und Decken, die hier überall rumliegen auf meine Pfoten abgesehen haben und die mich immer festhalten. Aber Pflegetantchen meint, ich würde mir die Krallen nicht mehr richtig abnutzen und da müsse eben mal Einer ran, um sie vernünftig zu kürzen. Sie hat sich nicht getraut daran rumzufuhrwerken (….hatte wohl Angst mir nen Zeh zu amputieren).
Ich war ziemlich sauer wegen besagter Autofahrt und der Krallenschneiderei und hab dann auf der Rückfahrt schön in die Transportbox gepieselt und kein Wort mit ihr gesprochen. War etwas feucht und ungemütlich…aber Strafe muss sein ;-)
Inzwischen gab’s allerdings was zu Fressen und nun sind wir wieder Freunde :-) Man soll ja nicht nachtragend sein…
Jedenfalls werde ich hier meinen Lebensabend genießen und ich denke das gelingt ganz gut.
Ich wünsche Euch eine besinnliche und friedvolle Adventszeit. Lasst Euch nicht stressen, sondern rollt euch einfach mal zusammen und kuschelt rum!

Liebe Grüße aus der Eifel Euer Robert

08.10.15
Robert wurde direkt an der Hauptstraße in Hirten aufgegriffen und zu uns gebracht. Er ist schon ein sehr alter Kater, der nahezu keine Zähne mehr im Mäulchen hat. Er hat einen guten Appetit und ist seinem Alter entsprechend gut gepflegt, sodass wir die Hoffnung haben, dass er bereits vermisst wird.

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